Amnesty zählt 2013 deutlich mehr Hinrichtungen

Todesstrafe

Foto: dpa/Raed Qutena

Amnesty zählt 2013 deutlich mehr Hinrichtungen
Amnesty International verzeichnet eine alarmierende Zunahme von Hinrichtungen im Iran und im Irak.

Dadurch sei die weltweite Zahl der offiziell bestätigten Exekutionen im vergangenen Jahr deutlich angestiegen, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation zur Todesstrafe. Den Angaben zufolge wurden 2013 im Iran mindestens 369 und im Irak mindestens 169 Menschen hingerichtet. Damit seien in beiden Ländern zusammen fast 100 Häftlinge mehr als im Vorjahr auf gerichtliche Anordnung getötet worden.


China ausgenommen wurden 2013 mindestens 778 Menschen in 22 Ländern hingerichtet (2012: 682). In 57 Ländern wurden zudem mindestens 1.925 Menschen zum Tode verurteilt (2012: 1.722) Für China geht die Menschenrechtsorganisation weiterhin von jährlich Tausenden hingerichteten Menschen aus - und somit mehr als im Rest der Welt zusammen. Genaue Zahlen könnten nicht mehr veröffentlicht werden, da China Angaben zur Todesstrafe als Staatsgeheimnis behandle.

Aber auch für Iran schätzt die Organisation, dass es Hunderte offiziell nicht bestätigter Exekutionen gab. Verlässlichen Quellen zufolge könnten dort 2013 mehr als 700 Menschen hingerichtet worden sein, so Amnesty.

Dass die Masse der Hinrichtungen auf das Konto einiger weniger Staaten geht, sei bestürzend und beschämend, sagt Oliver Hendrich, Vorstandssprecher von Amnesty International in Deutschland und Experte zur Todesstrafe. "Außerhalb Chinas finden fast 80 Prozent der Hinrichtungen in nur drei Ländern statt: Iran, Irak und Saudi-Arabien." In Saudi-Arabien wurden vergangenes Jahr 79 Menschen hingerichtet, darunter auch drei Minderjährige.

Beunruhigend sei, dass Indonesien, Kuwait, Nigeria und Vietnam nach längerer Unterbrechung 2013 wieder Menschen hingerichtet hätten, heißt es weiter. Umso erfreulicher sei, dass mittlerweile 140 Staaten die Todesstrafe im Gesetz oder in der Praxis abgeschafft haben. In den USA, wo im vergangenen Jahr 39 Straftäter exekutiert wurden, schaffte Maryland als 18. Bundesstaat die Todesstrafe ab. Aus ganz Europa und Zentralasien wurden vergangenes Jahr erstmals seit 2009 keine Hinrichtungen mehr gemeldet.

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