Krim-Krise: Reporter ohne Grenzen kritisiert Informationskrieg

Krim-Krise: Reporter ohne Grenzen kritisiert Informationskrieg
Die Berichterstattung über die Krim-Krise und die politische Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine ist nach Meinung der Organisation "Reporter ohne Grenzen" von Desinformation geprägt. Medien und Journalisten seien seit Wochen nur Spielball der Propaganda.

Zudem würden Journalisten in- und ausländischer Medien wiederholt bei ihrer Arbeit behindert, teilte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag in Berlin mit.

"Wir haben einen Informationskrieg", sagte die ukrainische Journalistin Ivanna Kobernik bei einem Besuch in Berlin. Bislang sei die russische Propaganda vor allem in der Ostukraine und auf der Krim übermächtig gewesen. Zugleich kritisierte sie die schwache Informationspolitik der ukrainischen Übergangsregierung in den vergangenen Wochen gegenüber inländischen Medien und vor allem gegenüber den Menschen in der Ostukraine rund um Charkiw und Donezk, wo viele Russischstämmige leben.

Die durch Russlands antiukrainische Propaganda verängstigten Menschen bräuchten mehr Zuspruch von der Zentralregierung, sagte Kobernik. Sie arbeitet als Fernsehmoderatorin und Printjournalistin in Kiew, unter anderem für die unabhängige Internetzeitung "Ukrainska Prawda" und "Dserkalo Tyshnia" (Wochenspiegel). 2010 und 2011 war sie vorübergehend Pressesprecherin von Arseni Jazenjuk, dem jetzigen Übergangsministerpräsidenten.

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