Christen und Muslime gemeinsam gegen Menschenhandel

Deutschland spricht 2019
Christen und Muslime gemeinsam gegen Menschenhandel
Die anglikanische Kirche, der Vatikan und die Al-Azhar-Universität in Kairo wollen gemeinsam in einem globalen Friedensnetzwerk die moderne Sklaverei bekämpfen - zum Beispiel die private Krankenpflege in westlichen Ländern.

Mit einem interreligiösen Bündnis wollen Christen und Muslime gegen Menschenhandel und moderne Sklaverei weltweit vorgehen. In Rom unterzeichneten am Montag hierzu Vertreter des Vatikans, der anglikanischen Kirche und der Kairoer Al-Azhar-Universität das Gründungsdokument des "Global Freedom Network". Der Präsident des päpstlichen Rats für Gerechtigkeit und Frieden, Peter Turkson, betonte, Sklaven gebe es in allen Teilen der Welt. Der afrikanische Kurienkardinal verwies etwa auf die private Altenpflege in Industriestaaten.

In ihrer gemeinsamen Erklärung forderten die Unterzeichner andere Kirchen und Religionen auf, sich ebenfalls für die Bekämpfung dieser Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu engagieren. "Nur wenn wir weltweit die Ideale des Glaubens und der gemeinsamen Werte aktivieren, können wir die geistliche Kraft aufbringen, um moderne Sklaverei und Menschenhandel auszumerzen", heißt es in dem Dokument. Die Gründung des interreligiösen Netzwerkes geht auf den australischen Bergbauunternehmer Andrew Forrest zurück.

Die Al-Azhar-Universität ist die höchste Autorität des sunnitischen Islams. Die Teilnahme des Al-Azhar-Vertreters an der Unterzeichnung signalisierte die Wiederaufnahme des Dialogs mit dem Vatikan. Die Universität hatte den offiziellen Dialog mit dem Vatikan 2011 abgebrochen, nachdem der damalige Papst Benedikt XVI. auf ein Attentat im ägyptischen Alexandria mit der Forderung nach besserem Schutz der dortigen koptischen Christen reagiert hatte. Umgehend nach der Wahl von Papst Franziskus sandte die Universität vor einem Jahr als Zeichen der Entspannung Glückwünsche an das neue Kirchenoberhaupt.

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