Deutscher Pfarrer in Kiew: Ukrainer blicken mit Sorge auf Referendum

Deutscher Pfarrer in Kiew: Ukrainer blicken mit Sorge auf Referendum
Vor dem Referendum auf der Krim an diesem Sonntag (16. März) seien "Anspannung und Angst" zu spüren, sagte der deutsche lutherische Pfarrer Ralf Haska am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Niemand weiß wirklich, wie weit Wladimir Putin gehen wird."

Viele Ukrainer rechneten damit, dass sich Putin nicht mit der Krim begnügen wird: "Russland spielt weiter mit dem Feuer", sagte Haska.

Für die meisten stehe der Ausgang des Referendums am Sonntag ohnehin bereits fest, fügte Haska hinzu. Allerdings hätten sich die meisten Ukrainer längst nicht damit abgefunden, dass man die Krim verliert, indem sich die Halbinsel abspaltet. Haska: "Das ist noch nicht gegessen, die Leute hier pochen auf die staatliche Einheit."

Spannend sei allerdings noch die Frage, ob die Außenminister der EU am Montag tatsächlich zusätzliche Sanktionen beschließen, betonte der Pfarrer der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Gemeinde St. Katharina, der Auslandspfarrstelle der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). In der evangelischen Kirche St. Katharina im Kiewer Stadtzentrum werden seit Beginn der Unruhen im Dezember Kranke und Verletzte gepflegt.

"Wie wird sich die Staatengemeinschaft tatsächlich positionieren in Bezug auf das abgeschlossene Referendum?" Diese Frage stellten sich zurzeit viele Menschen in der Ukraine, betonte Haska. Die bereits angedrohten Sanktionen habe "man hier sehr wohl zu Kenntnis genommen. Dafür ist man auch dankbar, auch für die deutlichen Worte von Bundeskanzlerin Angela Merkel", erklärte der Pfarrer.