Kretschmann: Bildungsplan wird nicht verschoben

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Kretschmann: Bildungsplan wird nicht verschoben
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat ausgeschlossen, dass der umstrittene Bildungsplan 2015 für Schulen des Bundeslandes aufgrund des Streits um die "Akzeptanz sexueller Vielfalt" aufgeschoben wird.

Angesichts der Diskussion gehe es nun darum, aus dem Arbeitspapier heraus entstandene Missverständnisse zu korrigieren, sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart. Das Ziel, Schüler zur Toleranz unterschiedlicher sexueller Identitäten zu führen, bleibe bestehen. "Wie auch immer wir die Formulierungen ändern - es wird an der Unterrichtspraxis, wie wir sie vorhatten, nichts ändern."

Hintergrund sind Medienberichte über eine Verzögerung des Bildungsplans. Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" könnte er erst 2016 in Kraft treten. Grund dafür sei auch die Debatte um das Thema "Sexuelle Vielfalt".

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Baden-Württemberg hatte in der vergangenen Woche die Art und Weise, wie sexuelle Vielfalt im Bildungsplan verankert werden soll, als misslungen bezeichnet. Sie wirbt dafür, die Einführung des Bildungsplans zu verschieben und ein neues Leitprinzip "Anerkennung gesellschaftlicher und kultureller Diversität" aufzunehmen.

Verdacht der Indoktrination "vollkommen haltlos und abwegig"

Auch die baden-württembergischen Grünen denken über einen Aufschub des Projekts nach. Umstritten ist dabei etwa, ob das Fach Biologie in einen naturwissenschaftlichen Fächerverbund aufgehen soll. Kretschmann wollte nicht ausschließen, dass die Zeit für die Verabschiedung des Bildungsplans aufgrund anderer Probleme nicht reiche - am Streit um die sexuelle Vielfalt liege es aber nicht.

Der Ministerpräsident bedauerte erneut, dass bei manchen Lesern des Arbeitspapiers der Eindruck entstanden sei, in der Schule werde künftig nur noch über Sex geredet. Das sei keineswegs beabsichtigt. Vorwürfe, mit dem Bildungsplan sollten Schüler umerzogen und indoktriniert werden, wies er als "vollkommen haltlos und abwegig" zurück. Man werde aber "in keiner Weise" davon abrücken, sexuelle Vielfalt im Unterricht zu behandeln.

Der Entwurf für den Bildungsplan hatte zu einer Online-Petition gegen das Projekt geführt, die von mehr als 192.000 Menschen unterschrieben wurde. Zwei befürwortende Petitionen erhielten knapp 140.000 und 92.000 Unterschriften. Weil die Kritik insbesondere aus Reihen der theologisch konservativen Protestanten gekommen ist, will sich der Ministerpräsident am 27. März mit Vertretern der Evangelikalen zum Meinungsaustausch treffen.
 

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