Vatikan nennt Sterbehilfe für Kinder grausam

Vatikan nennt Sterbehilfe für Kinder grausam
Die Empörung über die belgische Entscheidung zur Sterbehilfe für Kinder reißt nicht ab. Es sei schrecklich, was dort geschehe, heißt es aus dem Vatikan. In Deutschland geht unterdessen die Debatte über ein Verbot organisierter Sterbehilfe weiter.
Deutschland spricht 2019

Der Vatikan hat das belgische Gesetz zur aktiven Sterbehilfe für Kinder als grausam bezeichnet. "Schrecklich, wenn man nur daran denkt, was da geschieht", sagte Kardinal Elio Sgreccia. Auch in Deutschland reißt die Kritik am belgischen Parlamentsentscheid nicht ab. Belgien sei ein Beispiel dafür, wie "Euthanasie außer Kontrolle geraten kann", sagte der CDU-Bundestagsagbeordnete Michael Brand.

Ihn erschrecke die Vorstellung, dass Kinder "hier in eine Verantwortung gebracht werden sollen, in die wir sie nicht bringen dürfen", sagte Brand am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Inzwischen werde in Belgien schon über Sterbehilfe für Demenzkranke beraten: "Das ist nicht meine Vorstellung, wie unsere Gesellschaft aussehen soll, dass wir diejenigen, die schwach sind, ob sie jung oder alt sind, über den Jordan befördern."

Kardinal Sgreccia sagte am Samstag Radio Vatikan, es sei "monströs", was inzwischen mit Kindern geschehe, "nicht nur vor, sondern auch nach der Geburt". Ein "bisschen Mitleid und menschliches Mitgefühl würde doch schon genügen, um bestimmte Dinge auszuschließen".  Der italienische Bioethiker leitete von 2005 bis 2008 die Päpstliche Akademie für das Leben. Das belgische Parlament hatte am Donnerstag einem Gesetzesvorschlag zugestimmt, nach dem die seit 2002 legale Sterbehilfe für Erwachsene auf Minderjährige ausgeweitet werden soll. Voraussetzung ist, dass das Kind unter "ständigen und unerträglichen" körperlichen Schmerzen leidet und der Tod in Kürze zu erwarten ist.

Der CDU-Politiker Brand forderte für Deutschland ein striktes Verbot organisierter Sterbehilfe. "Wir können das Leben nicht verfügbar machen", sagte der Fuldaer Bundestagsabgeordnete, der in der Unionsfraktion ein entsprechendes Gesetzesvorhaben auf den Weg bringen soll. Den Menschen solle nicht "zum Sterben, sondern beim Sterben" geholfen werden: "Wir müssen die Hospizarbeit ausbauen, die Palliativmedizin ausbauen und wir müssen gleichzeitig verhindern, dass die Selbsttötung und die Beihilfe zur Selbsttötung eine ganz normale Option wird."

Gesetz scheiterte unter Schwarz-Gelb

Unter der Regierung von Union und FDP war ein Gesetz zum Verbot der Suizidbeihilfe gescheitert. Die damalige Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hatte einen Entwurf vorgelegt, nach dem nur die kommerziell ausgerichtete, also die erwerbsmäßige Sterbehilfe bestraft worden wäre. Der Union ging das nicht weit genug. Sie forderte ein Verbot jeglicher organisierter, sogenannter geschäftsmäßiger Suizidbeihilfe, um auch Vereine, die sogenannte Suizidbegleitung anbieten, zu belangen.

Die Beihilfe zu Selbsttötung sollte aus Sicht von Brand weiter straffrei bleiben. "Aber eine organisierte Form, wo Vereine Geld damit machen oder wo nicht ausgebildete Leute am Ende glauben, sie könnten entscheiden, ob derjenige jetzt den Platz wechselt vom Diesseits ins Jenseits, das kann doch nicht die Lösung sein", sagte der CDU-Politiker.

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