Weltkirchenrat verurteilt Einsatz von Kampfdrohnen

Weltkirchenrat verurteilt Einsatz von Kampfdrohnen
Kriege sollten nicht geführt werden - und erst recht nicht von Maschinen, kritisiert der Weltkirchenrat.

Der Weltkirchenrat hat die Staatengemeinschaft aufgefordert, auf den Einsatz bewaffneter Drohnen zu verzichten. Kampfdrohnen seien nicht nur eine tödliche Bedrohung, sondern gefährdeten auch die Beziehungen zwischen Staaten, erklärte am Donnerstag der in Bossey bei Genf tagende Exekutivausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK). Mit dieser Technologie werde es möglich, Krieg in Zukunft mit Maschinen zu führen.

In der Erklärung werden die Regierungen aufgefordert, das Recht auf Leben zu achten und sich gegen die Verletzung von Menschenrechten zu stellen. Der Einsatz von Kampfdrohnen sei in den Konfliktregionen Afghanistan, Irak, Jemen, Somalia "eskaliert".

Der Weltkirchenrat kritisierte in diesem Zusammenhang vor allem die jüngsten Schläge von US-Kampfdrohnen in Pakistan. Die US-Regierung müsse sicherstellen, dass den Opfern von unrechtmäßigen Drohnenangriffen Gerechtigkeit widerfährt. Dies schließe auch die Angehörigen von Getöteten ein.

Der 1948 gegründete ÖRK repräsentiert nach eigenen Angaben mehr als 500 Millionen Christen in mehr als 110 Ländern. Dazu gehören Kirchen der protestantischen, orthodoxen und anglikanischen Tradition sowie vielen unabhängigen Freikirchen. Die römisch-katholische Kirche ist nicht Mitglied im Weltkirchenrat, arbeitet mit dem Gremium aber zusammen.

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