Minister Müller fordert mehr ziviles Engagement in Afghanistan

Minister Müller fordert mehr ziviles Engagement in Afghanistan
Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) plädiert für den Ausbau ziviler Hilfen in Afghanistan. Man müsse das Land auch nach Abzug der ISAF-Truppen Ende 2014 langfristig unterstützen, sagte Müller am Mittwochabend im Bundestag. Sonst drohe Afghanistan in fünf Jahren im Chaos zu versinken. "Man muss Lebensperspektiven für die Menschen vor Ort schaffen", fügte Müller hinzu.

Ähnliches gelte auch für die steigende Zahl der Flüchtlinge, die etwa über die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa nach Europa gelangen. "Die Menschen wollen Heimat, Frieden und Zukunft zu Hause." Darauf brauche man eine Antwort und vor allem ein europäisch abgestimmtes Flüchtlingskonzept.

Der CSU-Politiker hat den Kampf gegen den Hunger auf der Welt in den Mittelpunkt seiner Arbeit in den kommenden vier Jahren gestellt. Dazu plant Müller das entwicklungspolitische Engagement der Bundesregierung in Afrika zu verstärken. Mit jährlich rund einer Milliarde Euro will der Minister gezielt die ländliche Entwicklung fördern, um vor Ort die Versorgung mit Lebensmittel zu sichern. Zudem soll mehr Geld für Schulprojekte und die Berufsbildung bereitgestellt werden. "Afrika ist ein Chancenkontinent", sagte Müller. Die Wertschöpfung müsse vor Ort bleiben.

Generell hält der CSU-Politiker eine Aufwertung der Entwicklungshilfe für dringend notwendig. "Entwicklungspolitik ist keine Nischenpolitik", betonte Müller. Sie stehe im Zentrum des politischen Handelns. Die Aufstockung der Entwicklungshilfe um zwei Milliarden Euro für die gesamte Legislatur begrüßte der Minister, forderte jedoch langfristig weitere Mittel ein. Die größte Ungerechtigkeit sei die Armut und der Hunger. Dies sei nicht länger hinnehmbar.

Die Menschheit könne nur dann überleben, wenn die Schöpfung erhalten bleibe, ergänzte der Minister. Er wies in diesem Zusammenhang nicht nur auf die ökologische Verantwortung von Wirtschaft und Politik hin, sondern kündigte an, sich verstärkt um soziale Standards in der Industrie kümmern zu wollen.

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