Kultusminister: Christliche Gruppen haben keinen Einfluss auf Schullektüre

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Foto: Getty Images/iStockphoto/michaeljung

Kultusminister: Christliche Gruppen haben keinen Einfluss auf Schullektüre
Im Streit um die Pflichtlektüre an staatlichen Schulen in Baden-Württemberg hat Kultusminister Andreas Stoch (SPD) die Einflussnahme von christlichen Gruppen zurückgewiesen. "Wir lassen uns keine Vorschriften von einzelnen Gruppen machen", sagte der SPD-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Hintergrund ist die Diskussion darüber, ob die Novelle "Zweier ohne" vom "Spiegel"-Autor Dirk Kurbjuweit als schulische Prüfungslektüre in den zehnten Klassen der Realschule taugt. Über die Lektüre des Buchs, in dem der Erzähler auch über seine sexuellen Erfahrungen berichtet, hatten sich Mitte 2012 mehrere christliche Schulen beim Kultusministerium beschwert. Daraufhin war Max Frischs "Andorra" als alternative Prüfungslektüre benannt worden.

"Wir haben Herrn Kurbjuweits Buch nicht als Prüfungslektüre zurückgezogen," betonte Stoch. "Das wäre ein Einknicken." Die Auswahlkommission sei nach wie vor davon überzeugt, dass sein Buch als Prüfungslektüre gut und richtig sei. Aufgrund der Bedenken, die es in der Vergangenheit immer wieder über einzelne Prüfungslektüren gegeben habe, sei lediglich eine Alternative angeboten worden.

Der SPD-Politiker sagte: Er teile die Bedenken der Kritiker nicht. Jugendliche im Alter von sechzehn Jahren würden sehr wohl mit Lektüre wie Kurbjuweits Buch umgehen können. Als Auswahlkriterien für die Prüfungsbücher nannte er die aktuelle oder geschichtliche Relevanz sowie die Verfügbarkeit des Buches als Taschenbuch.

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