Deutsche Bank will mit Kritikern über Agrarspekulationen diskutieren

Deutsche Bank will mit Kritikern über Agrarspekulationen diskutieren
Im Streit um Spekulationsgeschäfte mit Lebensmitteln will die Deutsche Bank auf ihre Kritiker zugehen.

Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen kündigte im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagausgabe) an: "Wir werden im nächsten Jahr die Kritiker zu einer wichtigen Konferenz einladen, um mit ihnen über Agrarmarktspekulation zu sprechen." Die Bank hatte Anfang des Monats bekannt gegeben, aus dem physischen Handel mit Rohstoffen auszusteigen, nicht aber aus dem Handel mit Finanzprodukten.

Hilfswerke werfen Banken und Finanzfonds vor, mit der Spekulation auf die Preise von Mais und Weizen zum Hunger in der Welt beizutragen. Eine ganze
Reihe von Instituten hat sich bereits aus diesem Geschäft verabschiedet.
Fitschen sagte dazu: "Es ist populär zu sagen, dass die Banken zum Hunger in der Welt beitragen. Aber das stimmt einfach nicht." Die Geschäfte der Deutschen Bank trügen dazu bei, dass Bauern in Schwellenländern wie Brasilien mit festen Preisen rechnen und dadurch besser überleben könnten.

Die Deutsche Bank gehört laut der Entwicklungsorganisation Oxfam zu den weltweit führenden Banken, die in der Spekulation mit Nahrungsmitteln tätig sind. Nach Oxfam-Recherchen verwalten alleine die Fondsgesellschaften Agrarrohstoffderivate im Wert von 3,79 Milliarden Euro.

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