Branchenanalyst: Lebensversicherer sind besser als ihr Ruf

Branchenanalyst: Lebensversicherer sind besser als ihr Ruf
Die Kritik von Verbraucherschützern an der niedrigen Rendite von Lebensversicherungen hält der Herausgeber des führenden Versicherungsanalysedienstes map-Report, Manfred Poweleit, für überzogen.

"Die Studie von Ökotest und der Verbraucherzentrale enthält keine Verträge von führenden Versicherungsanbietern, sondern viele Fußkranke", sagte der Volkswirt dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Schließlich lassen sich zufriedene Versicherungskunden nicht kostenpflichtig von der Verbraucherzentrale beraten und tauchen somit auch nicht als Fall in dieser Untersuchung auf."


Dass die meisten Versicherer derzeit Renditen mit einer Vier vor dem Komma bieten, liege am politisch gewollten Niedrigzins, "in den Rentenfonds von Banken sieht es auch nicht besser aus", unterstrich Poweleit. Profiteure seien der verschuldete Staat und Investment-Banken, die jetzt billig einkaufen können. "Die Verbraucherzentralen haben sich hier zum Sprachrohr machen lassen", sagte der Versicherungsexperte.

Von Zinsgarantien sollten sich Lebensversicherer auch in der schwierigen Kapitalmarktsituation aber auf keinen Fall zurückziehen. "Die kastrierten Lebensversicherungen ohne Garantie sind aus Verbrauchersicht eine Katastrophe und versuchen, unter neuem Namen die mausetoten fondsgebundenen Versicherungen neu zu verkaufen." Ein Produkt ohne Garantie eigne sich nicht zur Altersvorsorge, "das wollen die Verbraucher auch nicht", glaubt Poweleit. "Auf dem Markt wird sich das nicht durchsetzen."

Durch die langfristigen Anlagestrategien werde die Branche auch mit den höheren Altgarantien im Bestand die derzeitige Zinskrise überstehen können. "Die Lebensversicherer sind besser als ihr Ruf", sagte der Branchenanalyst. Aus Verbrauchersicht gebe es aber zu viele unterschiedliche Produkte und zu wenig Transparenz bei Kosten und Gewinnbeteiligung. Nach seinen Berechnungen bricht etwa jeder zweite Kunde seine Lebensversicherung vorzeitig ab. "Dann hat er natürlich ein schlechtes Geschäft gemacht", betonte Poweleit.

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