DITIB gründet islamischen Bundesfrauenverband

DITIB gründet islamischen Bundesfrauenverband
Die größte islamische Organisation in Deutschland, die Türkisch-Islamische Union (DITIB), hat einen Bundesfrauenverband gegründet.

Der Islam sei gegen eine Benachteiligung von Frauen, sagte DITIB-Vorstandsmitglied Kazim Türkmen am Samstag bei der Gründungsveranstaltung in Köln. Er ermutigte die Musliminnen, ihre Rechte lauter einzufordern. In einer von Männern dominierten Gesellschaft sei es jedoch ein langer Weg, bis Frauen die gleichen Rechte und Möglichkeiten hätten, sagte Türkmen.


Die Koordinatorin der DITIB-Landesverbände, Ayten Kilicarslan, erinnerte daran, dass Frauen in vielen Bereichen innerhalb und außerhalb der Moschee-Vereine aktiv seien. Sie forderte die Frauen auch auf, sich in die Politik in Deutschland einzumischen, weil ihre Zukunft in der Bundesrepublik liege. Der erste Vorstand des Bundesfrauenverbandes sollte am Samstagabend gewählt werden.

Die Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion ist organisatorisch eng mit der staatlichen Religionsbehörde in der Türkei verbunden. Zur DITIB gehören bundesweit etwa 900 Vereine, davon mehr als 800 Moscheevereine. In den vergangenen drei Jahren waren in allen DITIB-Landesorganisationen Frauenverbände gegründet worden. Die lokalen Moscheevereine ändern nach und nach ihre Satzungen, so dass mindestens zwei Frauen in den Vorständen sitzen. Die neuen Strukturen sollen die Frauenarbeit effektiver machen und ihr mehr Gewicht in der DITIB und in der Politik geben.