Niger will alle Flüchtlingslager schließen

Niger will alle Flüchtlingslager schließen
Nach dem qualvollen Tod von mehr als 90 Flüchtlingen in der Wüste will die Regierung des Niger alle Lager für Migranten im Land schließen.

Menschenschmuggler sollten künftig hart bestraft werden, erklärte die Staatsführung Nigers im nationalen Fernsehen. Bei dem Versuch, die Wüste Sahara zu durchqueren, waren vor wenigen Tagen im Norden des Landes 90 Flüchtlinge verdurstet. Unter den Opfern waren 52 Kinder und 33 Frauen.

Niger ist Transitland für viele Menschen aus den Ländern südlich der Sahara. Während einige in den vergleichsweise reichen Staaten Nordafrikas Arbeit suchen, wollen die meisten von dort aus weiter nach Europa.

Die nigrische Regierung kündigte an, die Flüchtlinge aus den Lagern internationalen Hilfsorganisationen zu übergeben. Außenminister Mohamed Bazoun sagte der BBC, allein rund um die nordnigrische Stadt Agadez lebten rund 5.000 illegale Migranten. Viele hätten bereits hohen Summen an Schmuggler bezahlt und kein Geld mehr für die Weiterreise. Andere warteten auf die nächste Mitfahrgelegenheit.

Die meisten Migranten könnten nur für Fahrzeuge zahlen, die in einem sehr schlechten technischen Zustand seien, ergänzte der Minister. Zur jüngsten Tragödie war es gekommen, nachdem die beiden von den Flüchtlingen genutzten Lastwagen kurz nacheinander liegen geblieben waren.

Nigers Regierung hatte nach dem Unglück eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. Die Flaggen vor allen öffentlichen Gebäuden wehten auf Halbmast.

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