Bedford-Strohm: Kriege um Ressourcen werden zunehmen

Die Stimmen der Kirchen auf dem Rio-Gipfel - Drei Fragen an den bayerischen evangelischen Landesbischof Bedford-Strohm

epd-bild/Michael McKee

Heinrich Bedford-Strohm

Bedford-Strohm: Kriege um Ressourcen werden zunehmen
Kriege um natürliche Ressourcen wie Wasser werden nach Befürchtung des bayerischen Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm in Zukunft zunehmen.

"Die Ressourcen werden knapper, und noch mehr Menschen werden verzweifelt um diese Ressourcen kämpfen", sagte der evangelische Theologe in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) kurz vor der 10. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) im südkoreanischen Busan.

Der bayerische Landesbischof forderte, Politik und Kirchen müssten weitvorausschauend planen. Nur so könne man den kommenden Generationen die gleichen Rechte einräumen wie den heutigen. In dieser Diskussion dürften die Begriffe Gerechtigkeit, Friede und Ökologie nicht voneinander getrennt betrachtet werden, mahnte der Bischof. Es herrsche ein extremes Ungleichgewicht beim Gebrauch der natürlichen Ressourcen. Wenn die armen Länder sich weiterentwickelten, werden sie ihr Recht auf die natürlichen Ressourcen einfordern, mahnte Bedford-Strohm. Dann würden die Verteilungskonflikte weiter verschärft.

Mit Blick auf die ÖRK-Vollversammlung in der südkoreanischen Hafenstadt Busan sagte er: "Die Kirchen sind einer der wenigen Akteure einer weltweiten Zivilgesellschaft." Denn in allen Ländern der Erde seien sie vertreten und könnten daher auch Probleme an die Öffentlichkeit bringen. "Wir müssen als Christen mit einer Stimmen sprechen."

Die Vollversammlung, die vom 30. Oktober bis 8. November stattfindet, steht unter dem Motto "Gott des Lebens, weise uns den Weg zu Gerechtigkeit und Frieden". Zu dem Treffen werden rund 3.000 Teilnehmer aus Asien und der pazifischen Region, Afrika, Europa, dem Nahen und Mittleren Osten, Nord- und Lateinamerika sowie der Karibik erwartet. Die ÖRK-Vollversammlung ist das höchste Gremium des rund 500 Millionen Mitglieder zählenden Weltkirchenrates.
 

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