Umweltverbände wollen nicht an Endlagerkommission teilnehmen

Die Umweltverbände BUND, Robin Wood und Greenpeace wollen nicht an der Expertenkommission teilnehmen, die die Suche nach einem Atommüll-Endlager vorbereiten soll. Weitere Umweltorganisationen bräuchten noch Bedenkzeit, teilte der Deutsche Naturschutzring als Dachverband am Montag in Berlin mit. Das Gremium aus Politikern, Wissenschaftlern sowie Vertretern von Umweltverbänden, Kirchen, Gewerkschaften und der Wirtschaft soll bis Ende 2015 Kriterien für ein Endlager festlegen. Es soll sich im September konstituieren.

Der Deutsche Naturschutzring sei gebeten worden, bis zum 16. August zwei Vertreter von Umweltverbänden für das 33-köpfige Gremium zu benennen, hieß es. Die Kommission soll aus je acht Vertretern des Bundestages und des Bundesrates, acht Vertretern aus der Wissenschaft und je zwei Vertretern von Umweltverbänden, Kirchen, Gewerkschaften und aus der Wirtschaft bestehen. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) entsendet den hannoverschen Landesbischof Ralf Meister in das Gremium.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Robin Wood und Greenpeace begründen ihre Absage mit mangelndem Vertrauen. Bürger und Verbände seien viel zu spät und viel zu wenig in den bisherigen Prozess eingebunden worden. "Von einem Neuanfang bei der Endlagersuche kann keine Rede sein", sagte der Energiereferent von Robin Wood, Dirk Seifert. Die Verbände wollten die Arbeit der Kommission von außen begleiten.

Sie kritisieren, dass Gorleben nicht aus dem Suchverfahren ausgeschlossen werden soll. "Gorleben wird durch das neue Gesetz im Nachhinein sogar legitimiert", warnte Wolfgang Ehmke von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg.