Umweltökonom: Deutschland braucht neue ökologische Partei

Umweltökonom: Deutschland braucht neue ökologische Partei
Der Umweltökonom Niko Paech sieht Chancen für eine neue ökologische Partei in Deutschland.

Die Gründung einer solchen Partei sei eine "historische Notwendigkeit", sagte der Professor für Volkswirtschaft an der Universität Oldenburg dem Deutschlandradio Kultur am Samstag. Er halte es für möglich, dass der neue politische Zusammenschluss unter dem Motto "Die Party ist vorbei" die Fünfprozenthürde bei Wahlen überspringen und damit in die Parlament einziehen könnte. Deutschland müsse sich vom Wachstumsmodell verabschieden und stattdessen auf eine neue "Politik der Reduktion" setzen, forderte der Wissenschaftler. 

Sechs Wochen vor der Bundestagswahl kritisierte Paech, dass alle etablierten Parteien weiter auf volkswirtschaftliches Wachstum setzten. Es gehe in allen Bereichen darum, einen Überschuss zu erwirtschaften und zu verteilen. "Das ist eine Tristesse in den Parlamenten", sagte Paech. Gestritten werde lediglich noch über "die Farbe des Wachstums".

Abkehr vom Wachstumsmodell im Bereich Mobilität

Selbst die Grünen hätten sich bereits in den 80er Jahren von der Idee einer "reduktiven Ökonomie" verabschiedet, führte der Professor weiter aus. Dabei habe das Festhalten an der Idee unbegrenzten Wachstums zur Plünderung der Natur, Kriegen, entgrenztem Konsum und Verschuldung geführt.

Möglichkeiten für eine Abkehr vom Wachstumsmodell sieht der Nachhaltigkeitsforscher beispielsweise im Bereich Mobilität. Angesichts ständig zunehmenden Autoverkehrs, steigender Fluggastzahlen und Gütertransporte "sind wir in der Lage, absehbar den Planeten unbewohnbar zu machen". Es gehe nicht darum, Flüge zu verbieten, "aber die Dosis macht das Gift", erläuterte Paech. Denkbar sei die Einführung autofreier Sonntage oder autofreier Innenstädten.

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