Urlaubsfilme: Zwischen Sonnenbrand und Strandromantik

Urlaubsfilme

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Mr. Bean freut sich: Urlaubszeit!

Urlaubsfilme: Zwischen Sonnenbrand und Strandromantik
Sommerzeit gleich Ferienzeit gleich Reisezeit - auch auf der Leinwand. Zehn Filme für die, die Urlaub auf Balkonien machen. Oder als Einstimmung für jene, die noch verreisen werden.

"Die Ferien des Monsieur Hulot (Les Vacances de Monsieur Hulot)", 1953

In Frankreich, wo "les grandes vacances" nationales Kulturgut sind, haben Ferienfilme eine lange Tradition. Der berühmteste ist diese Komödie, mit der Jacques Tati Filmgeschichte schrieb. Noch heute existiert in Saint-Marc-Sur-Mer bei Saint-Nazaire an der Atlantikküste das Hôtel de la Plage, in dem Monsieur Hulot die Sommerfrische verbrachte. Tati hat mit seinem schlaksigen alter Ego, das mit sanftem und wortlosem Slapstick Minikatastrophen verursachte, dem Feriengetriebe der Nachkriegszeit ein hinreißendes Denkmal gesetzt. Auch Tatis Statue steht dort am Strand und blickt verträumt aufs Meer.

 

 

"Die Strandflitzer (Les Bronzés)", 1978

 In Frankreich selbst ist weniger Tatis Filmklassiker als diese ausgelassene Club-Med-Parodie Kult. Käsige Touristen, verkörpert von der Komikertruppe L'Equipe du Splendid, besuchen ein All-Inclusive-Ferienressort, blamieren sich beim Sport und baggern alles an, was nicht bei drei auf der Kokospalme ist. Noch heute können Franzosen die Dialoge dieses charmanten Klamauks auswendig hersagen.

 

 

"Familientreffen mit Hindernissen (Le Skylab)", 2012

Ein aktuelles Beispiel eines französischen Ferienfilms ist diese nostalgische Familienkomödie, von deren  Titel man sich nicht in die Irre führen lassen sollte. Regisseurin und Schauspielerin Julie Delpy erinnert sich an die Sommerferien bei ihren bretonischen Verwandten und schildert auf Augenhöhe mit ihrem kindlichen Ich Albertine frühpubertäre Aha-Momente. Während sich ihre linken Eltern mit der konservativen Verwandtschaft streiten, verschmachtet Albertine nach jenem Jüngling, der mit ihr in der Disco Pogo tanzte - und dann eine andere küsste.

 

 

 

"Mr. Bean macht Ferien (Mr. Bean's Holiday)", 2007

Mr. Bean, der kindlich-hinterlistige Spießbürger, will ans Meer. Seine Reise zur Côte d'Azur entwickelt sich zur pannenreichen Odyssee, doch mit einem verzweifelten "La mer?" auf den Lippen schafft es der sonst stumme Brite trotzdem bis nach Cannes und sogar aufs Filmfestival. Mit dieser "Old School"-Slapstickkomödie erweist Komiker Rowan Atkinson Monsieur Hulots heimlicher Devise "Sei nicht Öl, sondern Sand im Getriebe der Welt" eine liebenswürdige Hommage. Und am Ziel von Beans Sehnsucht singen alle Charles Trénets Chanson "La Mer".

 

 

 

"Das kann doch unseren Willi nicht erschüttern", 1970

Macht der Franzose am liebsten im eigenen Land Urlaub, so zieht es den Deutschen unwiderstehlich nach Italien. Von den konkurrierenden Nachbarn unter Zugzwang gesetzt, reihen sich auch Willi Hirsekorn & Familie im alten DKW in den Treck nach Bella Italia ein. Die Begegnungen mit Sonnenbrand, Strandschönheiten und Spaghetti bringen den braven Familienvater ins Schwitzen. Nur der unerschütterlich kalauernde Heinz Ehrhardt kann mit dieser Klamotte, die 1988 mit Gerhard Polts "Man spricht Deutsh" eine satirische Neuauflage fand, versöhnen.

 

 

"Go, Trabi, Go", 1990

Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn? Nach der Maueröffnung wollen auch die Ossis einen Platz an der Sonne. Die turbulente Komödie mit Wolfgang Stumph als Deutschlehrer Udo Struutz, der im Trabant und mit Goethes "Italienischer Reise" als Wegweiser in Richtung Süden tuckert, war ein unerwarteter Publikumserfolg. Im Osten und im Westen Deutschlands: denn so mitreißend gutgelaunt wie Papa Struutz und seine sächselnde Familie fuhren Wessis schon lange nicht mehr nach Italien.

 

 

"Alle Anderen", 2009

Das beweist dieses Beziehungsdrama, in dem ein schickes Berliner Paar im sardischen Ferienhaus urlaubt. Der Beziehungsstatus ist ungewiss; er schweigt, sie schwallt, und will von ihm das L-Wort hören. Noch dünkt man sich hipper als "alle anderen", die Spießer da draußen. Doch bei einem Treffen mit einem arrivierten Paar bricht die schwelende Krise aus. Statt dolce vita quälende Machtspiele: unbarmherzig seziert der Redefilm (Silberner Bär auf der Berlinale 2009) die Gefühle der beiden Wohlstandskinder. Doch man gibt ihnen schon nach 20 Minuten keine Chance mehr.

 

 

"Ferien auf Saltkrokan (Vi på Saltkråkan)", 1964-1966

Wer einmal das Buddha-Lächeln der pausbäckigen Tjorven gesehen hat, wird es nie mehr vergessen. Das verschmitzte Mädchen, stets in Begleitung seines Bernhardiners Bootsmann, war der heimliche Star dieses Fernsehserien-Dauerbrenners, der auch heute noch im Kinderkino läuft. Astrid Lindgrens Erzählungen von den Sommerferien eines verwitweten Schriftstellers und seiner vier Kinder auf einer (fiktiven) Schären-Insel vor Stockholm wurden zum Inbegriff der heilen Welt. Herziger geht's nimmer.

 

 

"The Beach", 2000

Auf der Suche nach einem Garten Eden fern des Massentourismus verschlägt es einen Backpacker an einen sagenhaften thailändischen Strand, schön wie in der Bacardi-Reklame. Doch die Gesetze der Dschungelkommune sind totalitär. "Fun" ist die oberste Regel, und wer dagegen verstösst, indem er sich etwa von einem Hai anfallen lässt, hat Pech gehabt. Das Tropenparadies wird zum Alptraum. In seinem Abgesang auf den Alternativ-Tourismus zeigt Regisseur Danny Boyle Frauenschwarm Leonardo Di Caprio in dreiviertelnackten Pin-Up-Posen und brachte wegen der beim Dreh verursachten Naturschäden Umweltschützer gegen sich auf. Damit beglaubigte er unfreiwillig die bittere Botschaft seines Aussteigerdramas: was der Mensch liebt, das zerstört er.

 

"Sex on the Beach (The Inbetweener's Movie)", 2011

Vier verpeilte Jungs wollen ihr Examen mit ihrem ersten elternfreien Urlaub feiern. Mit schlecht sitzenden Shorts und großen Erwartungen fliegt die Truppe ins kretische Partymekka Malia, wo die ewige Verheißung von Sex, Drugs & Rock'n Roll in Erfüllung gehen soll. "British Pie" meets Ballermann: die Kinoversion der eher gutartigen Teenie-Sitcom „Inbetweeners“ testet beherzt die Grenzen des guten Geschmacks aus – und feiert zugleich die urbritische Befähigung zu gnadenloser Selbstironie.

 

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