Katholischer Bischof Genn kritisiert EKD-Familienpapier

Katholischer Bischof Genn kritisiert EKD-Familienpapier
Das Familienpapier der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat nach Ansicht des Münsteraner Bischofs Felix Genn einen "richtigen Riss" für die ökumenischen Bemühungen zur Folge.

Der katholische Bischof kritisierte in einer Predigt am Sonntag in Münster, dass die Mitte Juni veröffentlichte EKD-Orientierungshilfe "alle Formen von Partnerschaft unterschiedslos auf eine Stufe" stelle.

In dem Papier mit dem Titel "Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken" fordert der Rat der EKD, alle Familienformen anzuerkennen und zu fördern und schließt dabei auch Patchworkfamilien und homosexuelle Partnerschaften ein.

Der Münsteraner Bischof betonte, sowohl von der Naturordnung her als auch aufgrund der Aussage der Heiligen Schrift biete nur die Ehe von Mann und Frau "die Grundlage für die Bildung einer Familie und das Heranwachsen von Kindern". Deshalb an der besonderen Förderung der Ehe festzuhalten und gegen die Adoption von Kindern im Rahmen vom gleichgeschlechtlichen Partnerschaften zu sein, habe nichts mit Diskriminierung zu tun.

In diesem Zusammenhang nicht die notwendige Unterstützung von der evangelischen Kirche zu erhalten, schmerze ihn ungemein, sagte Genn. Auch die Abendmahlsgemeinschaft rücke dadurch in noch weitere Ferne, "weil wir den biblisch begründeten Zusammenhang von Kirche, Eucharistie und Ehe in keiner Weise aufgeben können".

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