FAO will Unterernährung und Übergewicht stärker bekämpfen

FAO will Unterernährung und Übergewicht stärker bekämpfen
Zwei Milliarden Menschen leiden an Mangelernährung, 1,4 Milliarden sind dagegen übergewichtig: Die Folgen wirken sich negativ auf die weltweite Wirtschaftsleistung aus. Die Welternährungsorganisation fordert mehr Einsatz von der Staatengemeinschaft.

Die Welternährungsorganisation FAO hat zu einem stärkeren Kampf gegen Unterernährung und Übergewicht aufgerufen. Zwar sei die Zahl der Hungernden in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen, sagte FAO-Generaldirektor José Graziano da Silva am Dienstag bei der Vorstellung des Welternährungsberichts 2013 in Rom. Es liege jedoch noch "ein weiter Weg vor uns".

Die Folgen von Unterernährung und Übergewicht kosten dem Bericht zufolge weltweit fünf Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung. Mit 3,5 Milliarden Dollar entspreche dies fast der Jahresproduktion Deutschlands als stärkster europäischer Wirtschaftsnation. Knapp 870 Millionen Menschen oder 12,5 Prozent der Weltbevölkerung sind demnach unterernährt. Rund ein Viertel aller Kinder sei infolge von Fehlernährung unterentwickelt, beklagte die UN-Organisation. Während weltweit zwei Milliarden Menschen nicht genügend Nährstoffe zu sich nehmen, sind dem Bericht zufolge 1,4 Milliarden übergewichtig, darunter eine halbe Milliarde Fettleibige.

Der Kampf gegen Unterernährung und Übergewicht könne nur dann gelingen, wenn er nicht als Aufgabe eines Bereichs oder einer Institution gelte, erklärte der Vize-Generaldirektor der FAO, Daniel Gustafson. Ernährung müsse das Ziel koordinierter Bemühungen unterschiedlicher politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Akteure sein. Der FAO-Experte für landwirtschaftliche Entwicklung, Costas Stamoulis, sagte, die Bekämpfung des Hungers sei vor allem eine Frage des politischen Willens.

Die landwirtschaftliche Produktivität müsse in den kommenden Jahrzehnten um 60 Prozent gesteigert werden, um der wachsenden Nachfrage zu genügen, hieß es in dem Jahresbericht. Gleichzeitig sei ein besserer Zugang zu Grundnahrungsmitteln, sauberem Wasser und sanitären Anlagen in Entwicklungsländern notwendig. Im Kampf gegen Übergewicht müsse die Aufklärung über gesunde Ernährung verbessert werden.

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