Friedensforscher fordern Ächtung von Kampfdrohnen

Friedensforscher fordern Ächtung von Kampfdrohnen
Führende Friedens- und Konfliktforscher haben die Bundesregierung aufgefordert, auf den Einsatz bewaffneter Drohnen zu verzichten. Bewaffnete Drohnen seien Sinnbild für den schlanken Krieg per Fernsteuerung, erklärten die Wissenschaftler bei der Vorstellung des Friedensgutachtens 2013 am Dienstag in Berlin.

Nach Ansicht der Forscher sinkt die Hemmschwelle zum Einsatz von Gewalt, wenn militärische Mittel zur Verfügung stehen, ohne das Leben der eigenen Soldaten zu gefährden. Drohnen würden vor allem in den Ländern eingesetzt, mit denen gar kein Krieg geführt würde. Solche Exekutionen ohne Kriegserklärungen verstießen gegen das Völkerrecht und seien ethisch nicht akzeptabel, hieß es. Die Forscher warnten eindringlich vor einem "Kontrollverlust der Kriegsführung".

Zudem kritisierten die Wissenschaftler die Rüstungspolitik der Bundesregierung. Sie forderten eine "restriktive" Handhabung von Waffenexporten vor allem, wenn es sich um Lieferungen in Krisengebiete handelt. Zudem sollte sich Regierung einer öffentlichen Debatte über Sinn und Zweck von Rüstungsexporten stellen.

Das Friedensgutachten ist eine gemeinsame Stellungnahme von vier deutschen Friedens- und Konfliktforschungsinstituten. Beteiligt waren das Bonn International Center for Conversion (BICC), die Forschungsstätte der evangelischen Studiengemeinschaft, das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik der Universität Hamburg und die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung.

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