Sterilisation, Stiefmutter und Streit

Beziehung, Partnerschaft, Familie: Ein Bereich, der viele Fragen hervorbringen kann

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Beziehung, Partnerschaft, Familie: Ein Bereich, der viele Fragen hervorbringen kann

Sterilisation, Stiefmutter und Streit
Heike Bauer-Banzhaf begegnet einem breiten Fragenspektrum der evangelisch.de-User
Fünf Wochen lang können bei evangelisch.de Fragen zu Beziehung, Partnerschaft und Familie an Gastexpertin Heike Bauer-Banzhaf gestellt werden. Eine erste Bestandsaufnahme.
Deutschland spricht 2019

An Themen mangelt es offensichtlich nicht. Täglich kann man zur Zeit eine neue Antwort von Heike Bauer-Banzhaf auf fragen.evangelisch.de lesen. Die zum systemischen Coach ausgebildete Kommunikations-Expertin hat es dabei mit einer ziemlichen Bandbreite an Inhalten zu tun:

Ob die neue Frau des Ex-Mannes Vorhaltungen wegen der Kinder macht, der neue Freund den Sohn wegen kleinster Missgeschicke maßregelt oder sich nicht für die Tochter interessiert, oder ob die Mutter einfach nicht mehr an den Sohn heran kommt, um zu erfahren, welche Probleme er in der Schule hat – Heike Bauer-Banzhaf macht es sich nicht leicht mit ihren Antworten.

Eine besondere Herausforderung war für sie die Frage von Robert. Der hatte sich vor Jahren sterilisieren lassen, hat dies aber seiner neuen Freundin verheimlicht. Diese hat ihm jetzt mitgeteilt, das sie schwanger ist. Was tun? Der Rat der Expertin: Geheimnisse ja, aber nicht in solch existenziellen Bereichen. Beide müssten sich klar werden, welche Beweggründe sie dafür hatten, den anderen 'im Unklaren zu lassen'. Nur so gäbe es eine Chance, verlorenes Vertrauen wieder herzustellen. Sei ein weiteres Zusammenleben das Ziel, sei in diesem Fall wohl die professionelle Beratung eines erfahrenen Coachs angeraten, um neue Parameter für die Beziehung aufzustellen. Und dann sei vielleicht auch ein gegenseitiges Verzeihen möglich, um sich womöglich auf ein 'gemeinsames' Kind zu freuen.

Ein Sohn ist kein Schiedsrichter

Ein solches 'Retten' der Beziehung war bei Vater und Stiefmutter von Simon nicht mehr machbar: Sie haben sich getrennt. Simon aber hat seit seiner Kindheit zu beiden ein gleichermaßen gutes Verhältnis und steht nun zwischen ihnen. Vor allem sein Vater  scheint zu erwarten, dass er sich auf seine Seite stellt. Heike Bauer-Banzhaf meint, Simon solle sich auf keinen Fall vor 'irgendeinen Karren spannen lassen', auch nicht als 'Schiedsrichter' oder 'Richter'. Beides könne nicht seine Aufgabe als Sohn sein. Ihr Rat: Zuhören, aber nicht bewerten. Und nach Möglichkeit auch neue Themen anstoßen.

Solche Trennungen sind oft Resultat destruktiver Streite. Diana bemüht sich deshalb um eine gute 'Streitkultur': Immer von sich reden ("Ich empfinde es so, dass du unfreundlich bist.") und immer spiegeln, was bei ihr ankommt ("Ich höre, dass es dich stört, dass…"). Doch damit ist sie unzufrieden, weiß nicht, wohin mit ihrer aufgestauten Wut. Ein Gefühl, das Heike Bauer-Banzhaf gut nachvollziehen kann. Sie schreibt in ihrer Antwort: "War Jesus ein Leisetreter? Nein. War Luther ein Softie? Oh, nein. Ist eine Frau Käßmann in der Öffentlichkeit bekannt durch ihre angepasste Sanftheit? Wieder: nein.

Wir sind in guter Gesellschaft, wenn wir ärgerlich sind, hilflos vor Zorn, aufgebracht und enttäuscht." Und so empfiehlt sie auch: "Raus mit den Emotionen. Unbedingt!" Aber bitte ohne versteckte Angriffe, wie sie in den genannten Ich-Botschaften nämlich trotzdem mitschwingen würden. Nur so könne man dann anschließend möglichst gemeinsam erkunden, welche Gefühle sich hinter der Wut versteckten: Angst vielleicht, Hilflosigkeit oder Enttäuschung. Und so schließlich vielleicht noch weiter dahinter liegende Bedürfnisse aufdecken, wie zum Beispiel der Wunsch nach Respekt oder Unterstützung. Darüber zu reden und sich dabei gut zuzuhören, das könne zu richtig konstruktiven Auseinandersetzungen führen, meint die Expertin.

Einfach Fragen

Gut zuhören, respektive 'gut lesen' – das hat auch sie sich weiterhin fest vorgenommen. Wenn Sie also vielleicht auch einen Rat auf dem Gebiet Beziehungen, Partnerschaft, Familie brauchen könnten, dann fragen Sie sie doch einfach!

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