Bahr: Manipulation wie bei Organspendeskandal nicht mehr möglich

Bahr: Manipulation wie bei Organspendeskandal nicht mehr möglich
Nach den Skandalen um Manipulation bei Organtransplantationen hat Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) um neuerliches Vertrauen der Bürger in die Organspende geworben. Es seien Regeln gesetzt und Kriterien vorgegeben worden, "dass so etwas nicht noch mal passiert", sagte der Minister am Donnerstag im RBB-Inforadio.

Manipulationsversuche wie an Kliniken in Regensburg und Göttingen seien heute so nicht mehr möglich, versicherte Bahr. Er verwies unter anderem auf das von der Bundesärztekammer verankerte Sechs-Augen-Prinzip bei der Beurteilung von Patienten. Anders als früher kann ein Arzt nicht mehr allein über die Kriterien für die Wartelistenposition entscheiden, sondern muss Kollegen zurate ziehen. Bahr erinnerte zudem an die Schaffung mehr öffentlicher Aufsicht. So sollen im Stiftungsrat der Deutschen Stiftung Organtransplantation künftig auch Vertreter von Bund und Ländern sitzen.

Nach den Manipulationsskandalen, bei denen Daten von Patienten gefälscht wurden, um sie schneller an ein Spenderorgan zu bringen, war die Bereitschaft zur Organspende in Deutschland kontinuierlich zurückgegangen. Angaben der Organspendestiftung zufolge lag die Zahl der Spender im ersten Quartal dieses Jahres 18 Prozent unter der im Vergleichszeitraum 2012. Am Donnerstag wollte Bahr in Berlin eine neue Kampagne zur Gewinnung von mehr Organspendern starten. In Deutschland warten rund 12.000 Menschen auf ein Spenderorgan.

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