EU-Außenbeauftragte sorgt sich um entführte syrische Bischöfe

EU-Außenbeauftragte sorgt sich um entführte syrische Bischöfe

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sorgt sich um die entführten syrischen Bischöfe. Sie sei darüber bestürzt, dass religiöse Führungspersönlichkeiten in dem Syrien-Konflikt zum Opfer werden, erklärte ihr Sprecher am Freitag in Brüssel: "Für solche Angriffe gibt es keine Rechtfertigung." Der Verbleib des griechisch-orthodoxen und des syrisch-orthodoxen Metropoliten von Aleppo ist weiter unklar. Bulos al Jasidschi und Gregorios Juhanna Ibrahim waren am 22. April auf dem Weg nach Aleppo entführt worden. Ihr Fahrer wurde dabei getötet.

Unverzügliche Freilassung gefordert

Ashton verurteilte jede Form der Gewalt sowie Entführungen in Syrien. "Unschuldige Zivilisten, religiöse Führer und Mitarbeiter von humanitären Hilfsorganisationen dürfen in diesem fürchterlichen Konflikt nicht zu Opfern werden", fügte sie nach Angaben ihres Sprechers hinzu. Ashton forderte die unverzügliche Freilassung der festgehaltenen Bischöfe und deren sichere Rückkehr zu ihren Gemeinschaften, wo ihre geistliche Unterstützung dringend nötig sei.

Die Evangelische Kirche in Deutschland und der Ökumenische Rat der Kirchen in Genf hatten am Vortag zum Gebet für die entführten Bischöfe aufgerufen. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden in dem seit mehr als zwei Jahren andauernden blutigen Konflikt zwischen der Regierung von Präsident Baschar al-Assad und der bewaffneten Opposition bislang etwa 70.000 Menschen getötet. Mehr als eine Million Menschen flohen aus ihrer Heimat.

Die syrische Bevölkerung ist religiös sehr vielfältig: Christen machen etwa zehn Prozent aus. Die Mehrheit der 23 Millionen Syrier sind sunnitische Muslime. Doch die Regierung wird von Alawiten und Christen dominiert. In den vergangenen Monaten gehen radikale Islamisten zunehmend gegen Christen und Alawiten vor.

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