Brunnen, Blüten und ein Mandala

Buddha-Statue im Garten der Religionen

Foto: epd-bild/Simone Viere

Der Garten der Buddhisten ist durch eine große Buddha-Statue mit Lotusblüte erkennbar.

Brunnen, Blüten und ein Mandala
Mit der Internationalen Gartenschau festigt Hamburg seinen Ruf als "Hauptstadt des interreligiösen Dialogs". Vertreter der Weltreligionen haben fünf Gärten gestaltet - für Besucher ein Ort der Ruhe und Meditation. An diesem Freitag wird die Gartenschau eröffnet.

Der Lebenspfad der Christen beginnt unter einem Wassertor als Symbol der Taufe. Muslime haben Blüten mit Honigduft gepflanzt und Hindus ein farbenfrohes Mandala gestaltet. Auf der Internationalen Gartenschau in Hamburg (igs) werden Vertreter der fünf Weltreligionen Besucher durch ihre Gärten begleiten. Eröffnet wird die "Welt der Religionen" am 26. April gemeinsam mit der igs. Sie soll ein Ort der Ruhe und der Meditation sein.

Ein Großteil der igs-Besucher wird seinen Rundgang im Nordwesten in der "Welt der Religionen" beginnen. Sie betreten den 5.000 Quadratmeter großen ehemaligen Friedhof von Wilhelmsburg. Die einstige Friedhofskapelle wurde bereits 2007 saniert und ist heute Veranstaltungsraum für Ausstellungen und Workshops. Zentrum der religiösen Gärten ist ein Brunnen, der von fünf Wasserfontänen gespeist wird. "Jede Religion hat etwas zu geben, und jede Religion ist auch empfangende", deutet es Corinna Peters-Leimbach, die als evangelische Pastorin von Wilhelmsburg die Gartenanlage mitentwickelt hat.

Stationen des Lebens

Die christlichen Kirchen haben einen Lebenspfad gestaltet, auf dem die Gäste die wichtigen Stationen des Lebens besuchen. So können sie rohe Baumstämme überklettern, um die Hindernisse des Lebens während der Konfirmation oder Firmung nachzuerleben. Ein bunter Brunnen erinnert an Ehe und Partnerschaft. Ein schmaler Weg führt in den Tod hinab und mündet in einen freien Platz als Zeichen der Auferstehung. Auf Glasplatten ist das "Vater Unser" in 80 Sprachen handgeschrieben eingraviert.

Der Garten der Buddhisten ist durch eine große Buddha-Statue mit Lotusblüte erkennbar. Der Meditationspfad führt zu Bäumen, die mit Stoffen in buddhistischen Farben umwickelt sind. Wer durch die Pforte der Hindus tritt, befindet sich auf den drei "Wegen der Erlösung". Shaktidas, Künstler aus dem nahe gelegenen Wedel und ehemaliger Mönch, gestaltet dort nach vedischer Geometrie ein Glücks-Mandala. Muslime nennen ihren Garten "Gesang auf das Paradies" und haben ihn mit Datteln, Oliven und gelben Blüten angelegt. Stein-Intarsien in Form von Sternen sollen den Himmel auf den irdischen Boden bringen.

"Wir wollen zeigen, was uns verbindet"

Der Jüdische Garten widmet sich der Schöpfungsgeschichte. Der Pfad beginnt in einer dunklen Hütte und führt auf einen Platz mit bunten Landtieren. Der Mensch ist hier nur dann zu erkennen, wenn die Besucher in den Spiegel blicken. Weil ein Friedhof nach jüdischer Lehre heiliger Boden ist, werden die Besucher über Holzbohlen geführt.

Eröffnet wird der christliche "Lebenspfad" am 26. April in einem ökumenischen Gottesdienst. Während der igs wird täglich um 12 Uhr zum christlichen Mittagsgebet oder zum Sonntagsgottesdienst eingeladen. Um 17 Uhr wird das "Vater Unser" in verschiedenen Sprachen gesprochen. Zum festen Programm gehören die "Geschichten am Brunnen" sonntags um 15.30 Uhr, bei denen Vertreter aller Religionen Erzählungen über das Wasser vortragen. "Wir wollen zeigen, was uns verbindet - und nicht, was uns trennt", sagt Pastorin Leimbach-Peters.

Audioslideshow zum "Lebenspfad"