Kardinäle im Konklave: Wahl des neuen Papstes hat begonnen

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Kardinäle im Konklave: Wahl des neuen Papstes hat begonnen
Am Dienstag zogen die 115 wahlberechtigten Kardinäle im Vatikan in die Sixtinische Kapelle ein, um unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein neues Kirchenoberhaupt für mehr als eine Milliarde katholischer Christen zu bestimmen.

Nachdem sich die Kardinäle am Nachmittag in der Kapelle versammelt und einen Eid zur Geheimhaltung geleistet hatten, forderte der päpstliche Zeremonienmeister Guido Marini alle nicht an der Wahl beteiligten Personen mit den lateinischen Worten "extra omnes" auf, den Raum zu verlassen. Um 17.34 Uhr wurden die Türen verschlossen.

Am Vormittag war die Papstwahl mit einer feierlichen Messe im Petersdom eingeleitet worden. Neben den Kardinälen füllten Würdenträger, Pilger und Touristen den Dom. Kardinaldekan Angelo Sodano würdigte in seiner Predigt unter großem Applaus das "leuchtende Pontifikat" Benedikts XVI., der im Februar als erster Papst der Neuzeit aus Altersgründen seinen Rücktritt erklärt hatte. Auf dem Petersplatz vor dem Dom hatten sich Tausende Gläubige versammelt.

Jeweils mittags und abends werden die Stimmzettel verbrannt

Es wird so lange gewählt, bis ein Kardinal mehr als zwei Drittel der Stimmen, mindestens 77, auf sich vereint. Weißer Rauch signalisiert für die Außenwelt die Wahl eines neuen Papstes. Beim Konklave 2005, bei dem der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger gewählt wurde, fiel die Entscheidung im vierten Wahlgang nach rund 24 Stunden. Von diesem Mittwoch an wollen die Kardinäle vormittags und nachmittags zu jeweils zwei Wahlgängen zusammenkommen. Jeweils mittags und abends werden die Stimmzettel verbrannt, so dass Rauch aus einem Schornstein aufsteigt und die Pilger auf dem Petersplatz über den Fortgang der Wahl informiert werden. Für den ersten Tag des Konklaves war zunächst eine Abstimmung vorgesehen, deren Ausgang gegen 19 Uhr mittels des traditionellen Rauchs verkündet werden sollte.

Die Chancen des Mailänder Erzbischofs Angelo Scola, zum neuen Papst gewählt zu werden, sind nach Einschätzung italienischer Medien weiter gestiegen. Der ehemalige Patriarch von Venedig verfüge mittlerweile über bis zu 50 Stimmen, berichtete die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera". Neben Scola räumen italienische Vatikanbeobachter Kurienkardinal Marc Ouellet, dem New Yorker Erzbischof Timothy Dolan und dem Brasilianer Odilo Scherer die besten Chancen ein. Durch seine Verteidigung der bisherigen Verwaltung der Vatikanbank habe Scherer, der deutschstämmige Erzbischof von São Paulo, jedoch viele Stimmen verloren, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica" in ihrer Online-Ausgabe.

Benedikt XVI. hatte am 28. Februar sein Amt niedergelegt. Der 85 Jahre alte Joseph Ratzinger zog sich auf den päpstlichen Sommersitz Castel Gandolfo zurück. Der aus Deutschland stammende Benedikt XVI. war der 265. Papst der Kirchengeschichte.

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