Niederlagen riskieren - Ohne schützende Rüstung

Foto: kallejipp/photocase

Niederlagen riskieren - Ohne schützende Rüstung
5. Fastenmail der Aktion 7 Wochen Ohne
Es gibt alles zu gewinnen: die Königstochter und steuerfrei bleiben bis ans Lebensende! Das sind die Beweggründe für Davids tollkühne Tat, sich dem Riesen Goliath zum Kampf zu stellen. Mehrfach fragt er die Leute in der Nähe des Königs, was es denn zu gewinnen gibt, wenn man den Riesen der Philister bezwingt, der seit vierzig Tagen jeden Morgen die Israeliten in Angst und Schrecken versetzt und ihren Gott verhöhnt.

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David passt hier nicht her. Hier stehen sich zwei Heere gegenüber. Sie haben sich auf einen Zweikampf geeinigt, der alles entscheiden soll. David fragt also, was es zu gewinnen gibt, und sein ältester Bruder ist wütend über diese Fragen. Er nennt es Vermessenheit, überhaupt solch eine Frage zu stellen. David antwortet: Ich habe doch nur gefragt. Man kann ihn förmlich hören, wie er achselzuckend und ein wenig schmollend sagt: Man wird ja wohl mal fragen dürfen! David lässt sich nicht beirren – weder von seinem großen Bruder noch von dem viel größeren Goliath.

Als der König Saul von ihm hört, lässt er ihn holen. Auch er scheint David nicht recht beeindrucken zu können, dabei macht er ihm unmissverständlich klar: Du gehörst hier nicht hin. Das hier ist nicht deine Liga. Hier geht es um ein Handwerk, das du nicht verstehst. Dein Gegner ist ein Kriegsmann von Jugend auf. Er kennt sein Handwerk. Außerdem bist du zu jung. Davids Antwort ist erstaunlich, aber durchaus nachvollziehbar: Ich kenne mein eigenes Handwerk. Ich bin Hirte, und das ist lebensgefährlich, wenn man es ernst nimmt. Kommt ein Löwe oder Bär und raubt ein Schaf, dann hole ich es mir zurück. Wenn Gott mich vor Löwen und Bären errettet, dann auch vor einem Philister. Ob nun aus Überzeugung oder aus schierer Verzweiflung – der König willigt ein.

Ein Hirte ist kein Soldat

Nun werden wir Zeugen des vergeblichen Versuchs, aus einem Menschen jemanden zu machen, der er nicht ist. Hier beginnt der Text für diese Fastenwoche. König Saul will David zu einem würdigen Gegner für Goliath machen, und er lässt sich nicht lumpen. David wird zum Kriegsmann ausstaffiert mit dem besten, was Israel zu bieten hat: mit der Rüstung und dem Schwert des Königs. Doch David sieht einfach nur lächerlich aus in dieser Rüstung, und mit dem Schwert an seiner Seite kann er nicht einmal richtig gehen. Saul hatte also Recht: David ist kein Kriegsmann. Doch David hat das auch nie behauptet. Er hat gesagt, er würde den Riesen besiegen. Also fängt er an, das zu tun, was er kann und dabei zu bleiben, was er ist: Es sammelt Steine und nimmt seine Schleuder in die Hand, die er als Hirte immer bei sich trägt.

David ist ein echter Quereinsteiger. Er will sein Ziel erreichen – Königstochter und Freiheit von allem, was er und seine Familie dem König jemals schulden würden. Dafür muss er sich in eine Gesellschaft begeben, die nicht die seine ist – als Hirte unter Soldaten. Wenn er nun versuchen würde, Soldat zu spielen, müsste er scheitern. Aber als Quereinsteiger bringt er seine ganz eigenen Qualitäten mit. Er öffnet den Blick für eine andere Lösung des Problems, weil er sich treu bleibt, indem er auf Schwert und Rüstung verzichtet. Es ist kein Wunder, dass er schließlich Goliath besiegen kann, denn der rechnet mit dem Bekannten, mit einem, der so denkt und handelt wie er selbst. David gewinnt, weil er sich traut, in einer fremden Umgebung sein eigenes Talent einzubringen. Israel ist gerettet.

Wo möchten Sie gern hin?

Gibt es Kreise, die Ihnen sagen, dass Sie dort falsch sind? Dann fragen Sie sich, was es dort zu gewinnen gibt, und wenn es sich lohnt, dann steigen Sie doch ein! Nur versuchen Sie besser nicht, das Spiel der anderen zu spielen. Das können die besser als Sie. Versuchen Sie nicht, sich eine dicke Rüstung anzuziehen. Die schützt Sie nicht, sondern sie behindert und macht Sie zu jemandem, der Sie nicht sind. Bringen Sie vielmehr Ihre ganz eigenen Qualitäten ein, vielleicht gewinnen Sie nicht nur das Königskind, sondern retten auch noch jemanden. Wer weiß.

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Und Saul legte David seine Rüstung an und setzte ihm einen ehernen Helm auf sein Haupt und legte ihm einen Panzer an.
Und David gürtete Sauls Schwert über seine Rüstung und mühte sich vergeblich, damit zu gehen; denn er hatte es noch nie versucht. Da sprach David zu Saul: Ich kann so nicht gehen, denn ich bin's nicht gewohnt; und er legte es ab
und nahm seinen Stab in die Hand und wählte fünf glatte Steine aus dem Bach und tat sie in die Hirtentasche, die ihm als Köcher diente, und nahm die Schleuder in die Hand und ging dem Philister entgegen.
Der Philister aber kam immer näher an David heran und sein Schildträger ging vor ihm her.
Als nun der Philister aufsah und David anschaute, verachtete er ihn; denn er war noch jung und er war bräunlich und schön.
Und der Philister sprach zu David: Bin ich denn ein Hund, dass du mit Stecken zu mir kommst? Und der Philister fluchte dem David bei seinem Gott
und sprach zu David: Komm her zu mir, ich will dein Fleisch den Vögeln unter dem Himmel geben und den Tieren auf dem Felde.
David aber sprach zu dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Lanze und Spieß, ich aber komme zu dir im Namen des HERRN Zebaoth, des Gottes des Heeres Israels, den du verhöhnt hast.

1.Samuel 17,38-45