Bundesverdienstkreuz für Berliner "Mauerpfarrer"

Bundesverdienstkreuz für Berliner "Mauerpfarrer"
Für sein jahrzehntelanges Engagement um eine Mauer-Gedenkstätte in Berlin hat der Pfarrer der Weddinger Versöhnungsgemeinde, Manfred Fischer, am Dienstag das Bundesverdienstkreuz erhalten.

Die Auszeichnung wurde dem 65-jährigen Theologen vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) im Roten Rathaus überreicht. "Manfred Fischer gilt mit besten Gründen als der 'Mauerpfarrer' ", sagte Wowereit bei der Übergabe. Er habe "wesentlich dazu beigetragen, dass die Erinnerung an das Leid der Teilung Berlins und unseres Landes einen angemessenen Ort in der Mitte unserer Stadt" gefunden hat.

"Dass sich in der Bernauer Straße heute die Gedenkstätte Berliner Mauer befindet, ist ganz wesentlich das Werk von Manfred Fischer", sagte auch der Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Axel Klausmeier. Der Pfarrer habe seit 1990 in jahrzehntelangen Auseinandersetzungen um den Erhalt der Berliner Mauer an der Bernauer Straße gekämpft und die Errichtung einer Gedenkstätte vorangetrieben.

Mit der Einweihung der "Kapelle der Versöhnung" am Ort der von den DDR-Behörden 1985 im Todesstreifen gesprengten Versöhnungskirche habe Fischer eine Stelle geschaffen, an der Menschen über erlittenes Unrecht sprechen und um Angehörige trauern können, erklärte der Berliner evangelische Bischof Markus Dröge.

Fischer, der Ende April in Ruhestand geht, ist seit 1977 Pfarrer der Weddinger Versöhnungsgemeinde, deren Gebiet seit 1961 durch die Mauer zerschnitten wurde.

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