Missbrauchsbeauftragter des Vatikans fordert Konsequenzen

Missbrauchsbeauftragter des Vatikans fordert Konsequenzen
Der langjährige Missbrauchsbeauftragte des Vatikans hat Konsequenzen aus der hohen Zahl von Missbrauchsfällen gefordert. "Alle müssen lernen, Geistlichen nicht blind zu vertrauen", sagte Charles Scicluna, heute Weihbischof in Malta, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".
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Über Geistliche sagte Scicluna: "Sie sind Menschen wie du und ich, mit Stärken und Schwächen." Als Verwalter einer Sache, die Gott ihnen anvertraut habe, müssten sie Rechenschaft ablegen über ihr Handeln. Weil Übergriffe nie ausgeschlossen werden könnten, "müssen wir die Familien, Gruppen und Gemeinden in die Lage versetzen, die Anzeichen von Missbrauch zu erkennen und nicht wegzuschauen, sondern rechtzeitig und gut zu reagieren und die Wahrheit ans Licht zu bringen", erklärte Scicluna.

Scicluna war von 2002 bis 2012 für die kirchenrechtliche Bearbeitung der Missbrauchsfälle zuständig, die aus allen Teilen der Welt nach Rom gemeldet wurden. Er würdigte die Verdienste, die sich Joseph Kardinal Ratzinger schon in seiner Zeit als Präfekt der Glaubenskongregation bei der Aufarbeitung erworben habe. "Kardinal Ratzinger hat dieses Problem schon früh erkannt", sagte er. Auf dessen Betreiben hin habe Papst Johannes Paul II. 2001 neue Bestimmungen über die Ahndung sexueller Gewalt erlassen. Danach seien innerhalb von zehn Jahren rund 4.000 Meldungen zu Missbrauchsfällen eingegangen, die meisten aus den USA, aber auch aus Deutschland, Italien, Irland und Polen. "Es war wie ein Tsunami", sagte Scicluna.

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