Schavan bekommt Abraham-Geiger-Preis

Schavan bekommt Abraham-Geiger-Preis
Die nach Plagiatsvorwürfen zurückgetretene Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) wird mit dem Abraham-Geiger-Preis 2013 ausgezeichnet. Der Politikerin sei es "ganz wesentlich zu verdanken", dass die jüdische Theologie nach fast zweihundert Jahren endlich als Fach an einer deutschen Universität etabliert werden könne, teilte das liberale Rabbinerseminar Abraham-Geiger-Kolleg am Montag in Potsdam mit.

Damit habe Schavan die Gleichberechtigung der jüdischen mit der christlichen Theologie und dem Islam hergestellt, hieß es weiter in der Begründung der Jury. "So hatte es sich unser Namensgeber Rabbiner Abraham Geiger schon Anfang des 19. Jahrhunderts gewünscht." Die Auszeichnung soll am 19. März in Potsdam verliehen werden. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro soll zur Finanzierung von Stipendien für Rabbiner-Studenten verwendet werden.

Änderung des brandenburgischen Hochschulgesetzes

Die Universität Potsdam plant derzeit eine Einrichtung für jüdische Theologie mit fünf Professuren. Dafür soll Ende Februar das brandenburgische Hochschulgesetz geändert werden, das bisher keine theologische Ausbildung an den staatlichen Hochschulen und Universitäten vorsieht. Der Wissenschaftsrat von Bund und Ländern hatte 2010 unter anderem die Gleichstellung der jüdischen mit den christlichen Theologien empfohlen. Das Abraham-Geiger-Kolleg wurde 1999 gegründet und bildet seit 2001 in Kooperation mit der Universität Potsdam liberale Rabbiner aus.

Zu den bisherigen Trägern des Abraham-Geiger-Preises gehören unter anderem die Ministerpräsidentin der südafrikanischen Westkap-Provinz, Helen Zille, Prinz Hassan bin Talal von Jordanien, der katholische Kardinal Karl Lehmann, die Wissenschaftlerin Susannah Heschel und der katholische Theologe Hans Küng. Die Auszeichnung soll an den jüdischen Reformer und Vordenker des liberalen Judentums, Abraham Geiger (1810-1874), erinnern.

Schavan war am Samstag wegen der Aberkennung ihres Doktortitels durch die Universität Düsseldorf zurückgetreten. Der Fakultätsrat der Uni hatte den Entzug des Titels damit begründet, dass Schavan vorsätzlich zahlreiche Zitate nicht kenntlich gemacht und verwendete Bücher nicht angegeben habe. Die CDU-Politikerin will gegen die Entscheidung klagen.

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