Schavan wehrt sich gegen Aberkennung des Doktortitels

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Schavan wehrt sich gegen Aberkennung des Doktortitels
Der Doktortitel ist weg, die Ministerin bleibt im Amt: Annette Schavan will gegen die Aberkennung des Doktortitels klagen. Aus der Bundesregierung gab es am Mittwoch Verständnis, dort erwartet man aber auch Erklärungen der Ministerin.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) bleibt im Amt und will um ihren Doktortitel kämpfen. "Die Entscheidung der Universität Düsseldorf werde ich nicht akzeptieren und dagegen Klage einreichen", erklärte sie am Mittwoch am Rande ihrer Südafrikareise. Weitere Stellungnahmen lehnte sie zunächst ab. Die Universität Düsseldorf hatte am Dienstagabend entschieden, Schavan den Doktortitel zu entziehen.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Mittwoch in Berlin, die Bundesregierung verstehe, dass die Ministerin die rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen und Klage erheben möchte. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schätze die Arbeit von Schavan und habe "volles Vertrauen" zu ihr. Seibert sagte auch, die Ministerin werde nach ihrer Rückkehr aus Südafrika sicherlich ausführlicher Stellung zum Entzug des Titels nehmen. Einen entsprechenden Termin für Gespräche mit der Kanzlerin oder der Öffentlichkeit konnte der Sprecher von Schavan nicht nennen. Schavan wird am Freitag von ihrer Reise zurückerwartet.

Der Fakultätsrat der Uni Düsseldorf hatte am Dienstag nach sechsstündiger Sitzung über den Titel-Entzug entschieden. Die Mehrheit der Mitglieder war überzeugt, dass Schavan in ihrer 1980 verfassten Doktorarbeit mit dem Titel "Person und Gewissen" vorsätzlich zahlreiche Zitate nicht kenntlich gemacht und auch von ihr verwendete Bücher nicht angegeben hat. Der Dekan der Philosophischen Fakultät, Bruno Bleckmann, erklärte, Schavan habe systematisch und vorsätzlich gedankliche Leistungen vorgegeben, die sie in Wirklichkeit nicht selbst erbracht habe.

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