Religiöse Verbände in den USA fordern Schusswaffenkontrolle

Religiöse Verbände in den USA fordern Schusswaffenkontrolle
In den USA haben mehr als 40 religiöse Verbände am Dienstag (Ortszeit) verschärfte Schusswaffengesetze gefordert. Jeder Schusswaffenkäufer müsse sich einer Personenüberprüfung unterziehen, verlangten die Unterzeichner des Appells, darunter Vertreter des katholischen Äbteverbandes, jüdischer Organisationen, des ökumenischen Nationalen Kirchenrates und der Islamischen Gesellschaft von Nordamerika.

Gegenwärtig werden Waffen von privat zu privat in den USA ohne Überprüfung der Person verkauft. Dies sind schätzungsweise 40 Prozent der Verkäufe. Nach Ansicht der Religionsgemeinschaften sollten große Magazine nicht länger verkauft werden dürfen. Zudem müsse die Regierung das 2004 ausgelaufene Verkaufsverbot sogenannter Sturmgewehre erneuern und verstärken. Mit diesen halbautomatischen Waffen kann man ohne Nachladen bis zu 100 Schuss abfeuern.

Schusswaffengewalt füge der US-Gesellschaft "nicht akzeptierbares Leid" zu, heißt es in dem Aufruf. Man müsse sofort handelt. Rund 30.000 US-Amerikaner kommen jedes Jahr durch Schusswaffen ums Leben. Seit dem Massaker in der Sandy-Hook-Schule im Bundesstaat Connecticut im Dezember mit 28 Toten mehren sich in den USA Forderungen nach einer Revision des liberalen Waffenrechts.

US-Präsident Barack Obama will in Kürze eine Initiative für Beschränkungen bei Waffenkäufen vorlegen. Etwa 200 Millionen Revolver, Pistolen und Gewehre sind in den USA in Privathänden. Konservative christliche Verbände haben sich nicht an dem religiösen Appell beteiligt.

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