Jugendschutz: ARD kürzt Film "Operation Zucker"

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Jugendschutz: ARD kürzt Film "Operation Zucker"
Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) hat den ARD-Film "Operation Zucker" erst ab 16 Jahren freigegeben. Die ARD will den für Mittwoch um 20.15 Uhr angekündigten Film zum Thema Kinderprostitution nun in einer gekürzten Fassung zeigen.

Die Produktionsfirma hatte den Film der FSK vorgelegt, weil sie diesen gleichzeitig als DVD herausbringen will. Die Klassifizierung ab 16 bedeutet, dass der Film im Ersten eigentlich erst nach 22 Uhr gezeigt werden dürfte. Die ARD teilte am Montag mit, dass sie nun um 20.15 Uhr eine gekürzte Version zeigen will. Das ungekürzte Originalende soll ab 22 Uhr in der Mediathek gezeigt werden. Die Originalfassung des Films wird um 0.20 auch im Ersten gesendet.

"Operation Zucker" schildert, wie eine Berliner Kriminalkommissarin und eine Staatsanwältin im Milieu der Kinderprostitution ermitteln. Dabei wird ihnen klar, dass auch höchste Kreise aus Politik und Justiz an den Machenschaften beteiligt sind. Senta Berger spielt die Staatsanwältin, Nadja Uhl die Kriminalkommissarin. Das Buch zu dem Film stammt von Rolf Basedow und Philip Koch. Eine Prüfkommission der FSK hatte entschieden, der Film sei für Jugendliche unter 16 zu beunruhigend.

Der Programmdirektor des Ersten, Volker Herres, sagte, die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Kinderhandel und Kinderprostitution sei der ARD außerordentlich wichtig. Der Film leiste dazu "einen ganz entscheidenden aufklärerischen Beitrag". Die ARD wolle mit diesem Film möglichst viele Zuschauer erreichen. Die dreiminütige Auslassung am Ende des Films zeigt, wie eines der geretteten Kinder erneut entführt wird. Nach Auffassung der FSK überfordert das hoffnungslose Ende dieser Geschichte 12- und 13-jährige Zuschauer.

"Warnung für Eltern und Jugendliche"

Die ARD teilte mit, sie respektiere die Entscheidung der FSK, doch es sei ihr ein Anliegen, zur Hauptsendezeit eine Auseinandersetzung mit diesem Thema zu ermöglichen. Deswegen werde der Film im Schlussteil gekürzt. Die Produzentin Gabriela Sperl sagte dem epd, sie bedauere die Entscheidung der FSK, weil der Film eine "Warnung für Eltern und Jugendliche" sei. "Das Ende ist Teil des künstlerischen Werks. Die Realität ist nicht wie im 'Tatort', wo die Bösen am Ende eingesperrt werden."

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