Italien: Priester bereut frauenfeindliche Äußerungen

Italien: Priester bereut frauenfeindliche Äußerungen
Der Pfarrer will nun von seinem Amt zurücktreten: "Ich fühle mich nicht würdig, dieses Gewand zu tragen."

Ein italienischer Pfarrer will nach der Kritik an seinen frauenfeindlichen Äußerungen vom Amt zurücktreten und den Priesterstand verlassen. "Ich fühle mich nicht würdig, dieses Gewand zu tragen", begründete der Pfarrer des Urlaubsortes San Terenzo in Ligurien, Piero Corsi, der Online-Ausgabe der römischen Tageszeitung "La Repubblica" vom Donnerstag zufolge seine Entscheidung. Seine Erklärung, viele Frauen würden durch ihre aufreizende Kleidung Opfer von Gewalt, hatte eine Welle der Empörung ausgelöst.

"Frauen und Mädchen mit kurzen und eng anliegenden Kleidern provozieren die Instinkte"

Der Priester hatte seine Ansichten am Schwarzen Brett seiner Gemeinde veröffentlicht.  Don Piero kommentierte damit die hohe Zahl von Morden an Frauen durch Ehemänner und zurückgewiesene Partner in Italien. "Die Frauen sollten Selbstkritik üben! Wie oft provozieren sie?" hieß es in der Erklärung, die auf Anweisung des zuständigen Ortsbischofs von La Spezia entfernt worden war. "Frauen und Mädchen mit kurzen und eng anliegenden Kleidern provozieren die Instinkte", hatte der Priester erklärt.  

Während sein Bischof die Äußerungen als unhaltbar verurteilte, stellten sich konservative Gruppierungen auf die Seite des Pfarrers. In Italien wurden im vergangenen Jahr 120 Frauen ermordet. Bei den Tätern handelt es sich nach Angaben von Frauenrechtsgruppen in den meisten Fällen um Ehemänner oder Lebenspartner, die mehrheitlich aufgrund von Eifersucht mordeten. Für 2005 weist die Statistik mit 85 ermordeten Italienerinnen noch einen wesentlich geringeren Wert auf.

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