Rabbiner sieht mehr Antisemitismus als in den 70er Jahren

Rabbiner sieht mehr Antisemitismus als in den 70er Jahren
Der Ende August überfallene Berliner Rabbiner Daniel Alter hat Juden indirekt empfohlen, ihre konfessionelle Zugehörigkeit nicht öffentlich zu präsentieren.

"Es gibt ganze Regionen, in denen man sich besser nicht als Jude zu erkennen gibt", sagte er dem "Tagesspiegel" (Samstagsausgabe). Er selbst trage seit fünf Jahren über der Kippa eine weitere Kopfbedeckung. "Das ist sicherer."

Unter Bezug auf Studien und Umfragen bezifferte Alter den Anteil der Bundesbürger mit antisemitischen Ressentiments auf 30 Prozent. Auch persönlich registriere er einen Anstieg der Vorbehalte. Die Situation sei "schlimmer als in meiner Schulzeit" in den 70er Jahren. "Da war die Großwetterlage merklich besser." So habe er auf dem Gymnasium keine antisemitischen Töne gehört.

Der Rabbiner war am 28. August von bislang unbekannten, mutmaßlich arabischstämmigen Tätern beleidigt und schwer verletzt worden.

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