Flüchtlinge am Brandenburger Tor brechen Hungerstreik ab

Flüchtlinge am Brandenburger Tor brechen Hungerstreik ab
Die seit Wochen am Brandenburger Tor in Berlin protestierenden Flüchtlinge haben am Sonntag ihren zehntägigen Hungerstreik abgebrochen.

Aus Unterstützerkreisen wurde am Nachmittag eine Erklärung verbreitet, in der es hieß: "Wir unterbrechen den Hungerstreik. Unser Kampf geht weiter. Dafür sammeln wir ab heute neu Kraft." An dem Protestcamp auf dem Pariser Platz wurde am 1. Advent ein sogenanntes Baumfest gefeiert. Dazu diente ein auf die Spitze gestellter, geschmückter Tannenbaum.

Seit dem 24. Oktober demonstrieren am Brandenburger Tor in Berlin Asylbewerber aus ganz Deutschland für bessere Lebensbedingungen, zeitweise verweigern sie die Aufnahme von Nahrung. Einige von ihnen waren seit dem 23. November wieder im Hungerstreik. Die in der Kälte ausharrenden Asylbewerber aus Afghanistan, Iran, Irak und anderen Staaten beklagen langwierige Asylverfahren, fehlende Bewegungsfreiheit, oft abgelegene Sammelunterkünfte, Arbeitsverbote sowie Sach- anstatt Geldleistungen.

Seit Tagen ohne Wärmebus

Seit Freitagabend waren die rund 15 Asylbewerber ohne einen funktionierenden Wärmebus. Die Polizei hatte das Fahrzeug abschleppen lassen und etwa 200 Meter entfernt auf der Straße des 17. Juni abgestellt. Um zu verhindern, dass der Bus wieder bewegt wird, wurde bei frostigen Temperaturen die Elektrik an dem Fahrzeug manipuliert. Damit fiel aber auch die Heizung in dem von einem Privatunternehmen zur Verfügung gestellten Reisebus aus. Die Flüchtlinge behalfen sich mit einem Stromgenerator, den Unterstützer zur Verfügung stellten, um daran Heizlüfter anzuschließen.

Das Verwaltungsgericht hatte am 2. November in einem Eilbeschluss unter anderem darauf verwiesen, dass der Schutz vor Kälte und Schlafpausen für die protestierenden Asylbewerber durch die bislang vom Bezirk geduldeten Wärmebusse gewährleistet seien. Deshalb hatte das Gericht auch Schlafsäcke und Zelte im Rahmen des als Dauermahnwache angemeldeten Protestcamps verboten. Das Abschleppen des Wärmebuses, der bislang direkt neben dem Protestcamp auf dem Pariser Platz stand, gehe auf ein Ersuchen des Bezirksamtes Mitte zurück, sagte ein Polizeisprecher. Warum der Wärmebus dort nicht mehr stehen soll, war am Wochenende im Bezirksamt Mitte nicht zu erfahren.

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