Ärger um ZDF-Comedy "Götter wie wir"

Die im Spartenkanal ZDF-Kultur gezeigte Comedy-Sendung „Götter wie wir“ steht bei frommen Christen in der Kritik. Wie das ZDF am Freitag bestätigte, gingen beim Sender mehrere Programmbeschwerden gegen die Satiresendung ein. Unter anderem hatte der Geschäftsführer des Christlichen Medienverbundes, Wolfgang Baake, Beschwerde eingelegt. Das ZDF erklärte, die Beschwerden würden nun in den Gremien behandelt.

In der sechsteiligen Serie interpretieren die Figuren Inge und Renate als Gott auf satirische Weise die biblische Tradition und den christlichen Glauben. Aufs Korn genommen werden unter anderem die Schöpfungsgeschichte, die Erzählungen von der Sintflut oder den Heiligen Drei Königen. Auch Themen wie Homosexualität und Klimawandel werden von den beiden männlichen Schauspielern, die gemeinsam Gott darstellen, nicht ausgespart. Der letzte Teil der Serie ist am Sonntagabend zu sehen.

In einem Schreiben an den ZDF-Intendanten Thomas Bellut kritisierte Baake: "Die Art und Weise, wie Gott von den zwei seltsamen Damen Inge und Renate dargestellt wird, verletzt die religiösen Gefühle vieler Christen und Juden zutiefst." Die im ZDF-Staatsvertrag festgeschriebene Achtung der sittlichen, religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen vieler Menschen werde durch die Sendung "Götter wie wir" angegriffen und ins Lächerliche gezogen.

Auch im Internet hat sich inzwischen Protest gegen die Comedy-Serie formiert. Auf dem christlichen Internetportal  "cxflyer.com" hatten bis Freitagmittag knapp 19.000 Menschen eine Petition gegen die Sendung unterzeichnet. Alles was Juden und Christen heilig ist, werde „durch den Kakao gottloser Polemik und Narretei gezogen“, heißt es in der Petition, die eine öffentliche Entschuldigung für die als blasphemisch empfundenen Äußerungen in der Serie fordert.

Bereits Anfang Oktober hatte der Sendeverantwortliche von ZDF-Kultur, Daniel Fiedler, die Kritik an der Sendung zurückgewiesen. „Es ist nicht beabsichtigt, religiöse Gefühle zu verletzen“, sagte er dem christlichen Medienmagazin Pro und fügte an: „Natürlich können satirische Darstellungsformen polarisieren.“ Dies gehöre aber in einer liberalen, pluralistischen Gesellschaft zur Meinungsfreiheit, deren „Toleranz sich von Ländern unterscheidet, in denen Staat und Religion nicht eindeutig voneinander getrennt sind“.