Brandenburg will Morde auf mögliche rechte Hintergründe neu prüfen

Brandenburg will Morde auf mögliche rechte Hintergründe neu prüfen
In Brandenburg sollen mindestens 18 seit 1990 verübte Morde neu auf mögliche rechtsextreme Hintergründe überprüft werden. Das brandenburgische Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit und der Verein Opferperspektive begrüßten am Mittwoch die Ankündigung von Innenminister Dietmar Woidke (SPD), die Fälle neu aufzurollen.

Die Tötungsdelikte wurden nach Angaben der Opferperspektive überwiegend in den 90er Jahren begangen. Polizei und Justiz seien damals häufig überfordert gewesen, erklärte Geschäftsführer Marcus Reinert. "Es gab schwere Versäumnisse bei der Ermittlung der Tatmotivation." Der Verein forderte zugleich, unabhängige Sachverständige zur Überprüfung der Fälle einzusetzen.

Die Tötungsdelikte sind den Angaben zufolge bislang nicht in der entsprechenden Polizeistatistik erfasst, obwohl rechtsextreme Motive vermutet werden. Die brandenburgische Polizeistatistik verzeichne seit 1990 neun Todesopfer rechter Gewalt, hieß es. Der Verein Opferperspektive und mehrere Zeitungen gehen hingegen von 27 aus. Bundesweit gab es seit 1990 offiziellen Angaben zufolge 63 Todesopfer rechter Gewalt. Andere Quellen wie Medien und Opfervereine gehen von mindestens 148 Toten aus.
 

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