Proteste gegen Rückführung des Leichnams von Ex-Diktator Stroessner

Proteste gegen Rückführung des Leichnams von Ex-Diktator Stroessner
In Paraguay haben zahlreiche Menschen gegen die Rückführung des Leichnams des früheren Diktators Alfredo Stroessner protestiert.
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Am Freitag (Ortszeit), dem Vorabend des 100. Geburtstages von Stroessner, zogen sie durch die Straßen der Hauptstadt Asunción, wie die paraguayischen Internetzeitung "UltimaHora.com" berichtete. Der Menschenrechtsanwalt und Träger des alternativen Nobelpreises, Martín Almada, nannte es einem Erfolg, die Rückführung der Leiche von Brasilien nach Paraguay bisher verhindert zu haben.

"Seine Anhänger wollten ihn zu seinem 100. Geburtstag zurückholen, aber unser Druck hat das verhindert," sagte  Almada. Jetzt sei die Rückführung für kommenden März geplant. Aber auch das werde verhindert.

Stroessner war im August 2006 im Alter von 93 Jahren im brasilianischen Exil gestorben. Er wurde in Brasília beerdigt. Als Oberbefehlshaber der Armee hatte er sich 1954 an die Macht geputscht und bis 1989 regiert. Während seiner Diktatur wurden Oppositionelle inhaftiert, gefoltert, umgebracht oder vertrieben. Nach offiziellen Angaben "verschwanden" 400 Regimegegner, Menschenrechtsorganisationen gehen von mehreren Tausend Toten aus. 1989 wurde Stroessner selbst gestürzt und erhielt politisches Asyl in Brasilien.

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