Hurrikanschäden auf Kuba und Haiti größer als bisher angenommen

Hurrikanschäden auf Kuba und Haiti größer als bisher angenommen
Der Hurrikan Sandy hat die karibischen Inseln Kuba und Haiti härter getroffen als bisher angenommen. Die kubanische Regierung verheimliche die wahren Opferzahlen, kritisiert die Opposition, während in Haiti ein Wiederaufflammen der Cholera-Epidemie befürchtet wird.

Es werde Jahre dauern, bis sich der Osten Kubas von den Schäden erholt habe, sagte die Generalsekretärin von Caritas Kuba, Maritza Sánchez, am Dienstag (Ortszeit). Die Stadt Santiago de Cuba und benachbarte Gemeinden seien vom Hurrikan am Donnerstag vergangener Woche praktisch zerstört worden.

In Haiti, das vom Hurrikan lediglich gestreift wurde, korrigierten die Behörden die Opferzahl auf 54 Tote nach oben. Hilfsorganisationen warnten zudem vor einer drohenden Knappheit an Lebensmitteln, weil der Hurrikan im Süden des Landes rund 70 Prozent der Ernte zerstört habe. Die prekäre sanitäre Lage lässt außerdem ein erneutes Aufflammen der Cholera-Epidemie in Haiti befürchten, die seit ihrem Ausbruch 2010 mehr als 7.500 Menschenleben forderte.

Opposition: Regierung verschweigt den Ernst der Lage

Nach Angaben der kubanischen Regierung wurden alleine in der Stadt Santiago mehr als 130.000 Häuser stark beschädigt oder zerstört. Hinzu kommen große Ernteausfälle sowie massive Schäden an Schulen, Krankenhäusern und auch Kirchen. Präsident Raúl Castro legte bisher keine umfassende Bilanz vor und sprach von einer schwierigen Situation.

Kubas Opposition warf der Regierung vor, das Ausmaß der Katastrophe zu verschweigen. Zu den bisher elf Todesopfern kommen gemäß verschiedener Berichte von Dissidenten mindestens ein Dutzend Menschen hinzu, die beim Einsturz eines baufälligen Gefängnisses an der Ostküste ums Leben kamen. In Ostkuba sei zudem die Versorgung mit Trinkwasser und Lebensmitteln angespannt.

Unabhängige kubanische Journalisten, die über die Lage in Ostkuba berichteten, wurden von den Behörden zeitweise festgenommen. Ihren Berichten nach kam es seit dem Hurrikan wiederholt zu Plünderungen, so etwa in zerstörten Tourismusanlagen. Bürger beklagten sich, sie würden von den Behörden alleine gelassen.

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