Kirchliche Hells-Angels-Trauung ohne Zwischenfälle

Kirchliche Hells-Angels-Trauung ohne Zwischenfälle
Ohne Zwischenfälle sind am Samstag der Reutlinger Hells-Angels-Präsident Ingo Dura und seine Frau Ulrike in der Reutlinger Marienkirche evangelisch getraut worden.

Die Kirchenbänke waren gesäumt von Trägern der Hells-Angels-Kluft aus ganz Deutschland und Nachbarländern. Vor dem Gotteshaus standen viele Motorräder. Pfarrer Andreas Bihl predigte über einen Vers aus dem biblischen Buch Hohelied. Er lautete: "Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich." (Hohelied 8, 6)


Im Vorfeld der Trauung hatten Mitglieder der Kirchengemeinde sich gegen die Hochzeit ausgesprochen, unter anderem weil den Rockern das Tragen ihrer mit Totenköpfen und satanistischen Motiven verzierten Lederkutten erlaubt worden war. Zudem hatte es Sicherheitsbedenken gegeben. Der evangelische Dekan Jürgen Mohr hatte sich dafür eingesetzt, dass die Polizei während des Traugottesdienstes die Kirche nicht betrat, da die Marienkirche ein polizeifreier Raum sei. "In der Kirche bin ich für die Sicherheit zuständig und draußen die Polizei," hatte Mohr betont.

Mohr hatte sich für die Trauung des Paares, das bereits seit längerem standesamtlich verheiratet ist, eingesetzt. Dabei verwies er auch auf Angaben des Landeskriminalamtes, dass das Hells-Angels-Chapter in Reutlingen im Gegensatz zu anderen Gruppen keine kriminelle Vereinigung sei.

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