Kirchenpräsident beklagt mangelndes christliches Basiswissen

Kirchenpräsident beklagt mangelndes christliches Basiswissen
Der reformierte Kirchenpräsident Jann Schmidt beklagt einen zunehmenden Verlust von christlichem Basiswissen.

"Vielen Protestanten sind die Glaubensinhalte verloren gegangen, man könnte auch von einem Traditionsabbruch oder gar Desinteresse sprechen", sagte der Theologe am Freitag in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Kirche kümmere sich um Kinder, Jugendliche und alte Menschen, lasse aber die Erwachsenen dazwischen außer acht, fügte Schmidt hinzu. "Das ist ein Fehler. Uns fehlen für diese Altergruppe Angebote der Wissensvermittlung um den Glauben."

Glaubenskurse können nach Ansicht von Schmidt die Gesellschaft verändern. "Menschen, die die Maximen des christlichen Glaubens kennen und sie befolgen, wirken in die Gesellschaft hinein und können sie nachhaltig verändern." Der Kirchenpräsident äußerte sich am Rande der Synode der Evangelisch-reformierten Kirche in Emden. Glaubenskurse waren ein Schwerpunktthema der Tagung des Kirchenparlamentes.

Tiefe Verwurzelung im Judentum

Der Gottesdienst sei ein Ort, um zu loben und zu beten, "aber nur sehr begrenzt geeignet, um Wissen über den Glauben zu vermitteln", unterstrich der Geistliche weiter Trotzdem seien Grundkenntnisse in Glaubensfragen wichtig. Dazu gehörten die Entstehung der Evangelien oder das Wissen, dass das Christentum tief im Judentum wurzelt. "Glaubenskurse sind keine Missionsveranstaltungen", betonte Schmidt. Sie seien zeitlich begrenzte Bildungsangebote, um über den Glauben ins Gespräch zu kommen, "aber eben ohne ein öffentliches Glaubensbekenntnis am Schluss."

Die Evangelische Kirche in Deutschland hat die Initiative "Erwachsen glauben - Kurse zum Glauben" im vergangenen Jahr ins Leben gerufen. Schmidt sagte, er unterstütze Gemeinden, die solche Kurse anbieten wollen. "Dieser Konfirmandenunterricht für Erwachsene könnte das Leben in den Gemeinden sehr bereichern."

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