Frankfurt a.M. (epd). Die Initiative Stolpersteine Frankfurt erweitert in Frankfurt am Main das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Zwischen dem 27. und den 30. Oktober werden 102 Stolpersteine an 25 Adressen in Frankfurter Stadtteilen verlegt, teilte die Initiative am Donnerstag mit. Damit setze Frankfurt dem Verdrängen der Erinnerung etwas entgegen.
Tausende Bürgerinnen und Bürger haben die Frankfurter Initiative in den vergangenen Jahren mit Spenden oder dem Putzen der Stolpersteine unterstützt: „Frankfurt zieht keinen Schlussstrich unter das Gedenken“, betont die Initiative. Im sächsischen Heidenau hatte der Stadtrat im September beschlossen, keine neuen Stolpersteine zu genehmigen. Dagegen regt sich Widerstand.
Initiative von Nachkommen
Die meisten der neuen Steine erinnerten an Opfer antisemitischer Verfolgung, die Verlegung hätten überwiegend deren Nachkommen angestoßen, teilte die Initiative mit. Mehr als 140 Angehörige aus den USA, Israel, Kanada, Südafrika, Puerto Rico, England, Frankreich, Spanien, Schweden, Finnland und Deutschland hätten ihr Kommen zugesagt. Der Künstler und Urheber der Stolpersteine, Gunter Demnig, werde sich an der Verlegung der neuen Steine beteiligen.
Mehr als 2.300 Stolpersteine in Frankfurt
Bei den Stolpersteinen handelt es sich um zehn mal zehn Zentimeter große Messingplatten, die vor dem letzten frei gewählten Wohnsitz im Gehsteig zum Gedenken an Menschen verlegt werden, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden. Seit 2003 wurden den Angaben zufolge in Frankfurt mehr als 2.300 Stolpersteine verlegt, europaweit seien es bereits rund 120.000.




