Im Zusammenhang mit der Blockade-Aktion der Jüdischen Studierendenunion vor der Synagoge in Halle ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der Beleidigung. Eine unbekannte Zahl von Menschen soll den AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider als "Nazi" bezeichnet haben, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Ob diese der Jüdischen Studierendenunion angehören, könne bislang nicht gesagt werden. Eine Anzeige sei nicht eingegangen, die Ermittlungen seien von Amts wegen aufgenommen worden.
Diese liegen derzeit noch im Bereich der Polizei. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Halle sagte dem epd, dass dort bislang noch keine Kenntnisse über den Fall vorlägen.
Dekel berichtet von Hass und Morddrohungen
Vertreter der Jüdischen Studierendenunion hatten dem AfD-Politiker und neuem Landtagsvizepräsidenten von Sachsen-Anhalt am 9. Oktober mit einer Menschenkette den Zutritt zum Gelände der Synagoge verweigert. Dort sollte der Opfer des rechtsterroristischen Anschlags vor sieben Jahren gedacht werden, bei dem der Attentäter versucht hatte, in die Synagoge einzudringen.
Der Vorsitzende der Jüdischen Studierendenunion, Ron Dekel, sagte dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Freitag), die Vereinigung erhalte seitdem "deutlich mehr Anfeindungen und deutlich mehr Hass - bis hin zu Morddrohungen". Tillschneider sei ein "klarer Antisemit", der versucht habe, die Überlebenden und Angehörigen mit seinem Besuch des Gedenkens zu verhöhnen.




