Kirchen starten Initiative für kindgerechte KI

verschiedene Kinderbeine
Christian Charisius/dpa
Wenn Kinder alleine im digitalen Raum unterwegs sind, sind sie zahlreichen Gefahren ausgesetzt.
Sicherheit für Kinder
Kirchen starten Initiative für kindgerechte KI
Die beiden großen Kirchen in Deutschland wollen sich gemeinsam mit dem Kinderschutzverein "Seitenstark" für eine kindgerechte Künstliche Intelligenz einsetzen. Die Initiative will unter anderem ein Verhaltenskodex entwickeln.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die Deutsche Bischofskonferenz und der Kinderschutzverein "Seitenstark" haben die Initiative "KI kindgerecht!" gestartet. Ziel sei es, Kindern eine sichere und selbstbestimmte Teilhabe an der digitalen Welt zu ermöglichen, teilten die Initiatoren am Mittwoch mit.

Künstliche Intelligenz (KI) sei durch Chatbots, Lern-Apps und soziale Netzwerke längst in der Lebensrealität von Kindern und Jugendlichen angekommen. Gleichzeitig nähmen Desinformation, Deepfakes und Cybergrooming zu. Die bisher etabliertem Schutzmaßnahmen dagegen stießen zunehmend an ihre Grenzen.

Die Initiative "KI kindgerecht!" will daher einen Verhaltenskodex und Qualitätsstandards für kindgerechte KI-Anwendungen entwickeln. Zudem fordern die Initiatoren verbindliche gesetzliche Vorgaben für Anbieter sowie eine stärkere Förderung der Medienbildung.

Darja Martens, Vorstand des Vereins "Seitenstark", sagte: "Kinder sind heute die Ersten, die mit KI aufwachsen. Aber oft die Letzten, die bei ihrer Gestaltung gefragt werden." Das wolle die Initiative ändern. Der Verein "Seitenstark" ist ein Netzwerk von rund 60 geprüften Kinderwebseiten in Deutschland.

Nicht alleine lassen in der digitalen Welt

Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst, Aufsichtsratsvorsitzende des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP), erklärte: "Kinder dürfen im digitalen Raum weder allein gelassen noch ausgeschlossen werden. Wir wollen Verantwortung bündeln und dazu beitragen, dass Kinder KI sicher und selbstbestimmt nutzen können."

Die Initiative richtet sich an ein Netzwerk aus Bildung, Wissenschaft, Medien, Politik und Zivilgesellschaft. Nach eigenen Angaben reagieren sie damit auf die 56 Handlungsempfehlungen der Unabhängigen Expertenkommission zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt.