Journalismus nicht nur für Neuankömmlinge

Illustration zu 10 Jahre Amal Berlin
Ezz/Amal News
Seit einem Jahrzehnt hilft die Redaktion von Amal nun schon neu Zugewanderten, sich besser orientieren zu können.
10 Jahre Amal
Journalismus nicht nur für Neuankömmlinge
Amal hat einen Grund zum Feiern: Seit zehn Jahren bietet die Redaktion Lokaljournalismus für Menschen an, die neu in Deutschland sind. Die bunte Auswahl an Informationen ist auf Arabisch, Persisch und Ukrainisch verfasst.

Im September 2016 kamen zehn geflüchtete Journalistinnen und Journalisten zu einem Workshop der Evangelischen Journalistenschule in Berlin zusammen. Kurz danach gründeten sie eine eigene Redaktion und nannten sie "Amal", arabisch für "Hoffnung". Im März 2017 ging amalberlin.de online.

Seitdem berichtet Amal über Politik, Kultur und Alltag vor Ort. Das Ziel ist, neu Zugewanderten die Orientierung zu erleichtern und ihnen die Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. Nach dem Motto: "Nur wer weiß, was passiert, kann sich beteiligen und mitreden".

2019 kam eine Lokalredaktion in Hamburg dazu, 2023 eine in Frankfurt am Main. Die ukrainische Redaktion gibt es seit 2022. Heute arbeiten bei Amal 26 Journalistinnen und Journalisten aus arabischen Ländern, Iran, Afghanistan und der Ukraine. 

Neue Angebote

Amal hat ein eigenes KI-Tool für Routineaufgaben entwickelt. So bleibt mehr Zeit für neue Formate und den Austausch mit den Communitys. Das Angebot richtet sich vor allem an Neuankömmlinge. Viele lesen Amal aber auch dann weiter, wenn sie längst Deutsch sprechen, weil sie die Berichte aus den Communitys schätzen.

Das Interesse an politischen Themen steigt. Zu den Landtagswahlen hat Amal ausführlich berichtet. Dabei ging es um das politische System, um Orientierung für Erstwählende und darum, wie die Parteien mit neuen Wählergruppen umgehen. Außerdem baut Amal gerade eine deutschsprachige Website auf. Sie soll die Themen der Communitys einem breiteren Publikum zugänglich machen und eine sachliche Debatte über Migration und Zusammenleben unterstützen.

Journalistenschule in Damaskus

Nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 hat das syrische Amal-Team die Amal News Journalistenschule in Damaskus gegründet. Sie bildet Journalistinnen und Journalisten aus, auch im Umgang mit Hassrede und Desinformation. Gerade wird dort die zweite Lehrredaktion ausgebildet.

Fakten über Amal:

•    Träger: Amal wurde 2016 als Projekt der Evangelischen Journalistenschule gegründet. Später wurde es Teil des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP) gGmbH. Seit 2025 ist die Amal News gGmbH eine eigenständige Tochtergesellschaft des GEP.
•    Förderung: Den Start unterstützte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD). Danach kam Förderung unter anderem von der Körber-Stiftung, der Schöpflin Stiftung und der Welcome Alliance. Heute wird Amal unter anderem aus dem Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) der EU gefördert. Außerdem unterstützen die Crespo Foundation, Porticus und mehrere Landeskirchen die Arbeit.
•    Reichweite: Rund 500.000 Follower in den sozialen Medien und etwa vier Millionen Kontakte im Monat, bei einer Interaktionsrate von 2 bis 6 Prozent. 
Für Fragen und Interviews stehen wir gerne zur Verfügung. Redaktionsbesuche in Berlin, Hamburg, Frankfurt und Damaskus sind möglich.