Frankfurter Malaria-Patient gestorben

Frankfurter Malaria-Patient gestorben
Am Dienstag wurden in Frankfurt am Main zwei Malaria-Infektionen gemeldet, am Donnerstag schon der Tod des einen Patienten. Als Ursache wird eine über den Flughafen eingeschleppte Mücke vermutet.
17.09.2026
epd
Von Jens Bayer-Gimm (epd)

Frankfurt a.M. (epd). Einer der beiden aktuellen Malaria-Patienten in Frankfurt am Main ist am Donnerstag gestorben. Nach den am Dienstag gemeldeten Infektionen seien keine weiteren Fälle bekannt geworden, teilten das Gesundheitsamt und die Universitätsmedizin Frankfurt am Main am Donnerstagnachmittag mit. Die mit Malaria tropica infizierten Personen stammten aus dem Stadtteil Schwanheim, der vier bis fünf Kilometer vom Flughafen entfernt liegt. Beide Patienten hätten zuvor kein Malaria-Gebiet bereist und auch nicht am Flughafen gearbeitet. Es wird vermutet, dass der Träger des Erregers, die Anopheles-Mücke, durch ein Flugzeug eingeschleppt wurde.

Details zu Alter oder Geschlecht der beiden Infizierten nannten die Behörden nicht. Malaria wird nach Angaben des Gesundheitsamtes nicht von Mensch zu Mensch weitergegeben. Die Behörden haben am Frankfurter Flughafen Mückenfallen aufgestellt, ebenso im Wohnumfeld der betroffenen Personen in Schwanheim. Bislang seien keine weiteren Anopheles-Mücken gefangen worden, teilte das Gesundheitsamt dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit. Die weibliche tropische Anopheles-Mücke überlebe abhängig von Umweltfaktoren ein bis drei Wochen und könne mehrere Kilometer weit fliegen. Eine mit Malaria infizierte Mücke könne durch Stechen mehrere Menschen infizieren.

Bei frühzeitiger Behandlung gut behandelbar

Die Krankheitsverläufe sind nach Angaben des Gesundheitsamtes individuell verschieden. Bei einer Infektion mit dem Erreger Plasmodium falciparum seien schwere Krankheitsverläufe möglich, bei denen sich der Zustand teilweise innerhalb weniger Stunden verschlechtern könne. Bei entsprechendem Verdacht sollte eine Diagnostik daher nicht verzögert werden. Zur Therapie stünden Medikamente zum Schlucken und zur intravenösen Einleitung zur Verfügung. Bei frühzeitiger Diagnose und schnell eingeleiteter Behandlung sei Malaria tropica gut und vollständig behandelbar. Symptome seien hohes Fieber, daneben könnten unter anderem Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden auftreten.

Die Ärzteschaft und die Gesundheitsämter im Rhein-Main-Gebiet seien über das Geschehen informiert worden. Für die Bevölkerung hat das Gesundheitsamt eine Hotline (069 / 212-30030) für Fragen geschaltet.

Flughafen-Mitarbeiter erkrankt

Erst im vergangenen Juli und August waren sechs Personen, die am Frankfurter Flughafen arbeiteten, an Malaria erkrankt. Keiner der Betroffenen hatte zuvor ein Malaria-Gebiet bereist. Zwei der Patienten starben.