Religionsunterricht: Freiwillig oder Pflichtfach?

Kreuz, Schulutensilien und Apfel auf einem Schultich.
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Das freiwillige Zusatzfach "Religion" wird in Berlin besonders diskutiert.
Berliner Politiker uneins
Religionsunterricht: Freiwillig oder Pflichtfach?
Am 20. September steht die Wahl um das Berliner Abgeordnetenhaus an. Auf einer von den Kirchen veranstalteten Podiumsdiskussion waren sich die Konkurrenten um das Rote Rathaus in Berlin uneinig bezüglich des Religionsunterrichts. Einigkeit bestand bei den Themen Antisemitismus und antimuslimischen Rassismus. evangelisch.de berichtet.

Das Thema Religionsunterricht an Berlins Schulen hat bereits 2024 für Kontroversen gesorgt. Laut einem Bericht des Berliner Kurier vom Mai 2024 sollte Religion in Berliner Schulen schon 2026 zum Pflichtfach werden. Das beschlossen der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) nach einer gemeinsamen Sitzung des Senats mit der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO).

Mit dem neuen Schulgesetz sollte Rechtssicherheit geschaffen und mit der Erarbeitung von Lehrplänen begonnen werden. Bischof Christian Stäblein äußerte sich 2024 erfreut, dass der Senat das Thema mit Nachdruck angehe. "Wir sind als Kirchen darüber sehr, sehr froh und dankbar." Religion und insbesondere Religionsunterricht seien eine gemeinsame Aufgabe.

"Weil es zur Aufklärung von Menschen über sich selbst, über andere, über andere Religionen und damit immer wieder zum Friedensunterricht im Miteinander dieser Stadt wird", sagte er. "Religionsunterricht ist Friedensunterricht." Das sei auch ein wichtiger Baustein im Kampf gegen Antisemitismus.

Vertrauensverlust in Demokratie

Zwei Jahre sind seither vergangen und die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus stehen vor der Tür. Ein Grund mehr für die Kirchen eine Podiumsdiskussion zu veranstalten und den Berliner Spitzenkandidaten der verschiedenen Parteien zum Thema Religionsunterricht auf den Zahn zu fühlen. Geladen waren die Spitzenkandidaten der Berliner Parteien, die diesbezüglich unterschiedliche Auffassungen zeigten.

Während sich die Kandidaten der CDU und SPD für eine Stärkung des Religionsunterrichts aussprachen, halten Grüne und Linke am bisherigen Modell der Freiwilligkeit fest. Dabei könnte nach Ansicht des evangelischen Bischofs Christian Stäblein und des katholische Erzbischof Heiner Koch gerade der Religionsunterricht zu einer Stärkung der Demokratie führen. "Wir sind in sehr ernsten Zeiten", sagte Stäblein. Die Kirchen seien zwar keine Partei, "aber wir sind parteiisch, wenn es um die Verteidigung unserer liberalen Demokratie geht".

Gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern

Einigkeit bestand bei den Berliner Politiker unter anderem hinsichtlich Antisemitismus und antimuslimischen Rassismus, beides stelle ein Problem dar, erklärten die Kandidatinnen und Kandidaten von CDU, SPD, Grünen und Linken. Der CDU-Kandidat, Finanz- und Kultursenator Stefan Evers, sagte, der gesellschaftliche Kitt müsse gestärkt werden. "Wir sehen, dass der Respekt voreinander leidet." Er wende sich gegen "jede Art von Extremismus, Rassismus und Queerfeindlichkeit, egal, woher sie kommt".

Steffen Krach (SPD) forderte, es müsse "mehr Verbindung, weniger Spaltung" geben. Jüdinnen und Juden hätten Ängste in Berlin, über antimuslimischen Rassismus müsse "genauso gesprochen werden". Elif Eralp (Linke) sagte, man müsse "wegkommen von der Polarisierung" hin zu einer "umarmenden Politik". Grünen-Kandidat Werner Graf beklagte, dass gemeinsame Projekte zwischen den Religionen wie die Drei-Religionen-Kita oder das House of One keine Gelder erhielten.

Zu dem ökumenischen Forum hatten der evangelische Bischof Christian Stäblein und der katholische Erzbischof Heiner Koch eingeladen. Die AfD wurde den Angaben zufolge nicht eingeladen, da sie Werte der Kirche wie Nächstenliebe und ein demokratisches, kooperatives Miteinander nicht vertrete.