Berlin (epd). Der Sozialverband VdK fordert eine bessere finanzielle Absicherung für pflegende Angehörige. „Wer beispielsweise die eigene Mutter oder den eigenen Vater pflegt, reduziert häufig die Arbeitszeit oder gibt den Beruf ganz auf“, erklärte Verbandspräsidentin Verena Bentele am Dienstag in Berlin. „Die damit verbundenen Einkommenseinbußen wirken sich auch auf die spätere Rente aus und erhöhen das Risiko für Altersarmut.“
Die Situation stelle viele Betroffene vor ein Dilemma, erklärte Bentele anlässlich des Tags der pflegenden Angehörigen am 8. September. „Sie übernehmen Verantwortung für ihre Familie und riskieren gleichzeitig, dadurch selbst im Alter finanziell schlechter abgesichert zu sein.“
Bentele sieht Linnemann in der Pflicht
Die VdK-Präsidentin begrüßte in diesem Zusammenhang die Aussage von Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU), dass die Pflegekassen weiterhin Rentenbeiträge für pflegende Angehörige zahlen sollen. „Eine Ankündigung allein reicht jedoch nicht“, mahnte Bentele. Die Finanzierung der Rentenbeiträge für pflegende Angehörige müsse „verbindlich und dauerhaft“ gesichert werden.
Für Menschen, die einen Angehörigen pflegen und deshalb nicht oder nur eingeschränkt arbeiten können, zahlt die Pflegekasse unter bestimmten Voraussetzungen Rentenbeiträge. Der Entwurf der früheren Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) für die Pflegereform sah vor, künftig nur noch 70 Prozent der bisherigen Beiträge zu zahlen. Das hätte für die Betroffenen geringere Rentenansprüche bedeutet. Linnemann will die derzeitige Höhe beibehalten. Wie dies finanziert werden kann, ist noch offen.



