Hape ist für Demokratie und "Wider den tierischen Ernst"

Komiker und Entertainer Hape Kerkeling
Elisa Schu/dpa
Der 61-jährige Kerkeling wird nicht nur für sein künstlerisches Lebenswerk ausgezeichnet, sondern auch für seinen Beitrag zu einer offenen, demokratischen Gesellschaft.
77. Träger des Ordens
Hape ist für Demokratie und "Wider den tierischen Ernst"
Für sein künstlerisches Schaffen und seinen Einsatz für die Demokratie erhält Hape Kerkeling den "Orden wider den tierischen Ernst". Die Aachener Ritterwürde wird dem Entertainer am 23. Januar verliehen.

"Hape Kerkeling ist eine der prägenden Persönlichkeiten des deutschen Kultur- und Unterhaltungslebens", sagt Andre Freese, Präsident des Aachener Karnevalsvereins. Sein Humor sei an Vielseitigkeit "nicht zu übertreffen". Der 61-jährige Komiker, TV-Moderator und Autor  Kerkeling erhalte die zum 77. Mal vergebene Auszeichnung nicht nur für sein künstlerisches Lebenswerk, sondern auch für seinen Beitrag zu einer offenen, demokratischen Gesellschaft, teilt der Aachener Karnevalsverein mit.

Honoriert werde mit dem "Orden wider den tierischen Ernst" auch, dass sich Kerkeling immer wieder unmissverständlich gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus positioniert habe. "Demokratie lebt vom Mut derjenigen, die ihr öffentlich eine Stimme geben. Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten schärfer, verletzender und unversöhnlicher geworden sind, beweist Hape Kerkeling klare Haltung", betont Freese. 

Preisträger Kerkeling sagt, er kenne den "Orden wider den tierischen Ernst" schon seit seiner Kindheit: "Der wurde zu Hause immer geguckt." Er freue sich "riesig", die Ehrung im kommenden Jahr entgegennehmen zu dürfen. Der Entertainer und Komiker bezieht immer wieder Stellung zu aktuellen politischen Themen. Erst kürzlich hatte er laut einem Bericht des Tagesspiegels die SPD-Bundestagsfraktion aufgefordert, Intoleranz und Extremismus entschlossen entgegenzutreten. 

"Wenn wir jeder noch so kruden Behauptung im Namen der Meinungsfreiheit dieselbe Bühne bauen wie einer geprüften Tatsache, wenn wir jedem Verfassungsfeind im Namen vermeintlicher Fairness denselben Resonanzraum geben wie seinen Gegnern, dann sägen wir nicht am Ast der Intoleranz. Wir sägen am Ast, auf dem wir alle gemeinsam sitzen", sagte Kerkeling in einer Klausur, die hinter verschlossenen Türen stattfand. Auszüge der Rede wurden von der SPD schriftlich verbreitet.

Erster Orden 1952 verliehen

Die Auszeichnung wird am 23. Januar 2027 im Aachener Eurogress aufgezeichnet und ist zwei Tage später in der ARD zu sehen. Die Laudatio bei der Preisvergabe am 23. Januar in Aachen hält Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU), Ordensträgerin des Jahres 2026. Mit dem "Orden wider den tierischen Ernst" werden jedes Jahr Persönlichkeiten gewürdigt, die mit Humor und Menschlichkeit Brücken zwischen Politik und Gesellschaft sowie Ernst und Heiterkeit bauen.

Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem die Politiker und Politikerinnen Konrad Adenauer, Helmut Schmidt, Hans-Dietrich Genscher, Friedrich Merz und Annalena Baerbock. Aus der Kultur haben unter anderem Mario Adorf und Iris Berben die Aachener Ritterwürde erhalten.