Hohe Wahlbeteiligung, offene Kirchen und Gebete

Wahllokal in Magdeburg
epd-bild/Paul-Philipp Braun
Am Sonntagmorgen (06.09.2026) hat in Sachsen-Anhalt die Landtagswahl begonnen. (Foto: Wahllokal in Magdeburg).
Wahlen in Sachsen-Anhalt
Hohe Wahlbeteiligung, offene Kirchen und Gebete
Von Politikverdrossenheit scheint in Sachsen-Anhalt keine Spur zu sein, die Landtagswahl findet starken Zuspruch. Während die Wahl scheinbar friedlich verläuft, ist die Sorge vor den Ergebnissen groß. Einige Kirchengemeinden laden sogar zum Gebet nach der Wahl ein. evangelisch.de berichtet.

Nachdem der Wahlkampf und zahlreiche Demonstrationen am Samstagabend zu Ende gegangen sind, kann seit Sonntagmorgen um 8 Uhr in rund 2.130 Urnenwahllokalen Sachsen-Anhalts über die neue Zusammensetzung des Landtags abgestimmt werden. Landeswahlleiterin Christa Dieckmann hat am Sonntag in Magdeburg für 12 Uhr Mittag eine landesweite Wahlbeteiligung von 34,72 Prozent gemeldet, bis 14 Uhr haben bereits mehr als die Hälfte der wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger (54,4 Prozent) ihre Stimme abgegeben.

Das waren doppelt so viel oder 27,3 Prozentpunkte mehr als zum Vergleichszeitpunkt der letzten Landtagswahl am 6. Juni 2021 (27,1 Prozent). Datenbasis für die Wahlbeteiligungserfassung ist den Angaben zufolge die stichprobenartige Rückmeldung aus den repräsentativen Urnenwahlbezirken. Briefwähler sind noch nicht berücksichtigt. Dieckmann spricht von einer "reibungslosen Abwicklung des Wahlgeschäftes".

Aufgerufen sind rund 1,7 Millionen wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger im Land. Mit ersten Zwischenergebnissen zur Landtagswahl für die Wahlkreise sei ab 19 Uhr zu rechnen, heißt es. Letzte Umfragen zeigten die AfD vor der CDU. Bislang wurde Sachsen-Anhalt von einer Koalition aus CDU, SPD und FDP unter Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) regiert. 

Möglichkeit für Einkehr und Gebet 

Am Wahlsonntag laden der Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Karsten Wolkenhauer, und die Kirchengemeinde St. Jacob in Köthen um 20 Uhr zu einer musikalischen Andacht mit Gebet ein. Dort solle Raum sein für das, was die Menschen angesichts der ersten Hochrechnungen und Ergebnisse bewege, heißt es.

Der Köthener Pfarrer Martin Olejnicki erklärt: "Eine Wahl entscheidet über politische Mehrheiten. Aber sie entscheidet nicht darüber, ob wir einander als Menschen aus dem Blick verlieren." Gerade am Wahlabend, "an dem Zahlen, Balken und Prozente die Nachrichten bestimmen", wolle die Kirche "Raum schaffen" für Gebete, Besinnung und die Sorgen der Menschen.

"Offene Kirchen" in Magdeburg und Naumburg

Für Montag Abend laden die christlichen Kirchen in Naumburg zu einem gemeinsamen ökumenischen Friedensgebet in die Stadtkirche St. Wenzel ein. Es soll Raum für stille Andacht, das Entzünden von Kerzen und für Friedensworte sein. Eingeladen seien alle, die zur Ruhe kommen und für eine gute und friedliche Zukunft beten wollen.

Auch die evangelische Domgemeinde in Magdeburg lädt am Montag um 18 Uhr zu einer kurzen Andacht ein. Als "Offene Kirche" bietet zudem die St. Ambrosiuskirche in Magdeburg-Sudenburg Möglichkeiten für Andacht und Gebet.